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	<title>Go-East: Ihr Osteuropa- und Asienreisenspezialist</title>
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		<title>Sibirien, eine Fahrt in‘s Blaue</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Feb 2012 16:40:39 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Bericht einer ungewöhnlichen Reise vom 16.06.2011  bis 23.07.2011 von und mit Sieglinde Helbig und Hansjörg Eisele 1. Teil     Das stille Dorf am Oljokma Auslöser für die absolut ungewöhnliche Reise war die Paddelfreundschaft mit Karin Haß, die bei einer Paddeltour auf dem Fluss Oljokma in Sibirien das Dorf Srednaja Oljokma kennenlernte und beschloss, dort 8 Monate [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=reisehotel.wordpress.com&amp;blog=17739998&amp;post=80&amp;subd=reisehotel&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Bericht einer ungewöhnlichen Reise vom 16.06.2011  bis 23.07.2011 von und mit Sieglinde Helbig und Hansjörg Eisele</strong></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">1. Teil     <strong>Das stille Dorf am Oljokma</strong></span></span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;">Auslöser für die absolut ungewöhnliche Reise war die Paddelfreundschaft mit Karin Haß, die bei einer Paddeltour auf dem Fluss Oljokma in Sibirien das Dorf Srednaja Oljokma kennenlernte und beschloss, dort 8 Monate zu leben, um die Natur und Menschen kennenzulernen. Dabei verliebte sie sich in Slava, einen sibirischen Taigajäger, den sie letztendlich zwei Jahre später heiratete und seitdem dort lebt. Sie hat ein Buch geschrieben und ein Fernsehteam vom NDR hat vor Ort einen Film über ihr neues Leben in Sibirien gedreht und ausgestrahlt. Meine Frau und ich beschlossen, sie in dem einsamen Dorf zu besuchen.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;">Über das Reisebüro Go East buchten wir den Flug, Zugreise, Übernachtung bei Gastfamilien und Bootsfahrten.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;"> </span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;">Mit dem ICE ging es am 16.06.2011 nach Frankfurt, der Flug von Frankfurt nach Krasnojarsk mit Zwischenlandung Moskau verlief planmäßig. Nach der Ankunft gegen 8.00 Uhr auf dem 40 km vom Stadtzentrum entfernten Flughafen wurden wir von einem Taxi zu unserer Gastfamilie inmitten der Stadt gefahren. Die im 10. Stock eines großen Blocks wohnende englisch sprechende Lehrerin und Gastgeberin wies uns unser Zimmer zu und gab uns Ausflugstipps für den Tag. Zu Fuß erkundeten wir die ehemals für Ausländer verbotene Stadt bei 30 Grad Hitze. Nach einem Museumsbesuch wanderten wir zunächst entlang des mächtigen Flusses Jenissei, bevor wir sehr gut, aber auch teuer zu Mittag aßen. Nach der Leninstatue ging es auf einen Aussichtsberg mit herrlichem Blick über die Stadt und einer Kapelle, die auch den 10-Rubelschein ziert. Da freitags der Hochzeitstag in Russland ist, konnten wir viele Paare und Hochzeitsgesellschaften bewundern und durften sogar Glückwünsche für einen  Hochzeitsvideofilmer aussprechen. Nach schwachem Frühstück am andern Morgen hatte unser Taxi 30 Minuten Verspätung, so dass wir Stress hatten, um die Abfahrt des Zuges um 7.10 Uhr im sehr schönen Krasnojarsker Bahnhof nicht zu verpassen. Mit dem Zug Nr. 97 und Wagen Nr. 11 der Baikal-Amur-Magistrale (BAM) und einer netten &#8211; für unseren Waggon zuständigen &#8211; Begleiterin ging es auf die 2500 km lange Strecke gen Osten. Wir hatten Glück, denn das 4er Personen-Abteil hatten wir die gesamte Fahrt für uns allein.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;"> </span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;"> </span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;">Im Gegensatz zur bekannten Transsibirischen Eisenbahn ist die erst im Jahr 1992 fertiggestellte Bahn, die ca. 500 km weiter nördlich den Baikalsee im Norden umfährt, wenig bekannt. Vermutlich waren wir auch die einzigen deutschen Touristen an Bord. Durch die Russisch- Kenntnisse von Sieglinde hatten wir nette Kontakte im Zug und im Speisewagen. Wir lernten Wladimir kennen, einen russischen Geologen, der uns mit witzigen Gesprächen zu unserem ersten Wodka einlud. Die Kehrseite des Wodkas lernten wir jedoch am Abend kennen, denn nach einer Einladung durch Wladimir im Speisewagen und reichlich Wodka war von Seiten Wladimirs keine Unterhaltung mehr möglich und er verabschiedete sich auf Französisch. Am andern Tag erfuhren wir vom Speisewagen-Personal, dass er zwar richtig ausgestiegen war, aber sämtliche Papiere im Zug liegen ließ.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;">Nette Begegnungen mit einer Familie und einer deutsch sprechenden Mutter mit ihren Kindern, die sich auch in unserem Abteil aufhielten, verkürzten die lange Fahrt. Nach längerem Aufenthalt in Severobaikalsk, eine Stadt am Nordende des Baikalsees, und erstem Kontakt mit Omul, dem bekannten Fisch des Baikals, ging es durch eine tolle Landschaft mit Gebirgszügen, Flüssen, Seen und unendlichen Wäldern.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;">Nach 2 Tagen und 2 Nächten erreichten wir die Bahnstation Juktali, wo wir von Karin Haß, unsere Gastgeberin für die nächsten zwei Wochen, am Bahnhof abgeholt wurden. Karin taufte uns gleich um: Otto (Hansjörgs Vatersname) und Linda (Sieglinde), da unsere Namen schwer aussprechbar und weibliche Namen im Russischen immer auf „a“ enden.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;">Nach einer etwas feuchten Überfahrt am ersten Fluss Njuksha und einer holprigen Fahrt im klapprigen Pkw, kamen wir im Dorf Ust-Njuksha an und wurden von einer typisch russischen Gastgeber-Familie reichhaltig verköstigt. Die einfache Lebensweise war zwar augenfällig, aber die Gastfreundschaft sehr herzlich. Nach Einkauf in einem russischen Laden war für die nächsten Wochen vorgesorgt und Slava, der Ehemann von Karin, verpackte alles inklusive unserem Gepäck in seinem langen Holzboot. Leider fing es ausgerechnet zu Beginn der Flussreise zu tröpfeln an, so dass wir unsere Regenkleidung anlegen mussten. Die vergessene wichtige rote Dokumentenmappe wurde noch beigebracht und dann konnte die Fahrt beginnen. Slava warf den neuen Außenborder an und wir drei Passagiere machten es uns so gut es ging gemütlich. Karin bedauerte zwar diesen feuchten Auftakt, zumal sie auch die geplante Filmaufnahme nicht machen konnte, aber Hansjörg meinte:„ Wir wissen, dass wir nicht Mallorca gebucht haben.“ Trotz Fahrtwind und Nässe fuhren wir ca. 60 Flusskilometer den Oljokmafluss aufwärts, sahen bereits den ersten Bären am Flussufer, bevor sich Slava entschloss in einer Jagdhütte zu übernachten. </span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">Zur gleichen Zeit verbrachten dort Jugendliche in dem aus mehreren Hütten bestehenden Lager ihre Ferien. Vom Leiter des Lagers wurden wir zum Tee und einfachem Essen eingeladen und erlebten wiederum russische Gastfreundschaft. Wir durften auch seine Hütte zum Übernachten benutzen und konnten mit dem darin befindlichen Ofen unsere Kleidung trocknen.                                                                                                                                                                                                                                                     </span></span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;">Am anderen Tag schien wieder die Sonne und wir waren bis 22.00 Uhr auf dem landschaftlich herrlichen Fluss unterwegs, wo wir wiederum 4 Bären sahen. Slava musste an einer anderen Jagdhütte prüfen, ob dort auch Bären zugange waren und nahm dabei sein Gewehr mit.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;">An einem schönen Kiesstrand, wo wir unser Zeltlager aufschlagen wollten, liefen überraschenderweise die drei Hunde unserer Gastgeber auf uns zu. Slava war wütend, da 2 Männer aus dem Dorf vermutlich mit seinen Hunden einen Elch jagen wollten, den er schon länger im Visier hatte, wie uns Karin erklärte. Da wir den 21. Juni schrieben, feierten wir noch Mittsommernacht am Lagerfeuer und machten dabei auch Bekanntschaft mit den kleinen fliegenden Ureinwohnern Sibiriens. Der Test mit dem als mückendicht angepriesenen G1000 Gewebe (unsere Hosen, Westen und Hüte) wurde erfolgreich bestanden. Der andere Morgen brachte mit Frühnebel und den drei Hunden eine tolle &#8211; beinahe mystische &#8211; Morgenstimmung mit sich, die uns gefangen nahm. Nach der Morgentoilette und Frühstück gingen wir die letzten 60 Flusskilometer (ca. 300 Flusskilometer sind es von Ust-Njuksha bis zum Dorf) bei herrlichem Wetter an und  erreichten am Nachmittag bei Sonnenschein und 30 Grad Außentemperatur das Dorf  Srednaja Oljokma. </span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;"> </span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;"> </span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;">Dort bezogen wir unsere Bleibe der nächsten 14 Tage, ein Blockhaus, das einfach aber liebevoll eingerichtet war. Da uns schon unterwegs bei der Zugfahrt und in Ust-Njuksha die blaue Farbe aufgefallen war, wunderten wir uns nicht allzu sehr, dass Decken, Wände und Fensterrahmen von unserem Ferienhäusle in schönstem Blau leuchteten. Karin wies uns in die Eigenheiten des Hauses ein und beheizte auch gleich die Banja, damit wir uns von der Reise erfrischen konnten.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;">Die nach der Perestroika noch übrig gebliebenen 70 Dorfbewohner leben alle sehr einfach in den Holzblockhäusern mit Klohäusle und separater Banja, die als Bade- und Saunaraum zu jeder Jahreszeit benützt wird. Die Grundstücke sind in der Regel mit einem Holzlattenzaun umgeben, vor dem riesige Holzstapel aufgeschichtet sind und dahinter ist der mehr oder weniger gepflegte obligatorische Kartoffel- und Gemüseacker. </span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;">Der Fluss Oljokma ist ca. 200 m vom Dorf entfernt und liegt etwa 30 m tiefer. Er bildet die Lebensader des Dorfes, denn er ist nicht nur die einzige Verbindung zur Außenwelt, sondern ist auch Trinkwasser-reservoir und Lieferant von Fischen. Im Winter kann der zugefrorene Fluss als Straße benutzt und mit Fahrzeugen befahren werden, </span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;">Strom wird von einem Dieselgenerator erzeugt und liefert morgens 2 Stunden und abends von 17 bis 24 Uhr Strom, wenn er nicht, aus welchen Gründen auch immer, ausfällt, wie auch wir einmal erlebten. </span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;"> </span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;">Slava ging am Tag unserer Ankunft gleich noch zur Jagd und schoss zwei Elche, so dass der Fleischbedarf gesichert war. In der kurzen Vegetationsperiode von Ende Mai bis August wachsen im Garten Kartoffeln, Zwiebel, Kräuter, Tomaten, Gurken, Zucchini, Paprika, Melonen  und sonstiges Gemüse sehr gut, Voraussetzung ist, dass regelmäßig gewässert wird. Zusätzlich wird die Küche durch Beeren und Pilze aus dem Wald ergänzt. Die Vorräte werden entsprechend verarbeitet, konserviert und im Kellerloch aufbewahrt. Es gibt auch einen winzigen Tante Emma Laden, der ein gut überschaubares Angebot bereithält und der einmal im Monat per Boot beliefert wird. Wir kauften uns 8 Dosen Bier, die allerdings nach einer Woche verbraucht waren und danach mussten wir uns wieder mit Wasser bzw. prima Preiselbeersaft von Karin begnügen. Wir hatten zwei Wochen lang ein genügsames, aber wunderbares Leben mit Vollpension durch Karins einfache, aber schmackhafte Küche.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;"> </span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;">Wir konnten uns auf den herrlichen Flüssen Oljokma und den einmündenden Tungir mit einem Paddelboot austoben und waren ständig unterwegs. Schwimmen an einsamen Sandstränden und kleine Touren auf Inseln und am Flussufer entlang waren genau das, was wir uns vorgestellt hatten. </span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;">In der näheren Umgebung des Dorfes machten wir natürlich auch Wanderungen durch die Taiga, was allerdings nicht so einfach war, da es nur schmale Trampelpfade gibt, von denen man oft nicht wusste, ob sie von Menschen oder Tieren stammen. Wir sahen auch noch vergammelte Käfige einer Silberfuchsfarm, die mit rund 1600 Tieren von Dorfbewohnern bis vor ca. 22 Jahren betreut wurden. Nach dem Zerfall der Sowjetunion führte jedoch die Perestroika zum Niedergang des Dorfes. Die Silberfuchsfarm sowie ein kleines Holzsägewerk wurden aufgegeben und die Dorfbewohner reduzierten sich von 250 auf nunmehr 70 Einwohner. Auch die Versorgung aus der Luft wurde eingestellt, so dass jetzt alles wieder um 50 Jahre zurückgeworfen wurde. Zum Urlaub machen ist der Ort jedoch immer noch toll, wenn man mit einfachen Bedingungen klarkommt und Natur und Ruhe liebt.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;">Kinder bis 10 Jahre werden im Dorf unterrichtet, die Älteren müssen in ein Internat nach Tschita und nur in der Ferienzeit sind die Kinder 3 Monate in Srednaja Oljokma. An einem Sonntag wurde vor dem Kulturhaus mit der Jugend des Dorfes gefeiert.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;">Leider gibt es im Dorf viele Leute, die mehr oder minder Alkohol, sprich Wodka, trinken. Oft sind Todesfälle nicht aufgrund der schlechten ärztlichen Versorgung zurückzuführen, sondern auf zu hohem Alkoholverbrauch. Bei dem Dorffest ist wahrscheinlich durch Alkoholgenuss ein Mann im Fluss ertrunken und wurde 3 Tage später beerdigt. Ein Vorgang, der bei uns große Untersuchungen in Gang brächte, erregt in Srednaja Oljokma kein so großes Aufsehen. Die Menschen dort haben in der Regel eine bedeutend kürzere Lebenserwartung als bei uns, bedingt durch Alkohol, Unfälle und fehlender ärztlicher Versorgung. Die Zahlen auf den Gräbern des Friedhofes sprechen dazu eine deutliche Sprache. </span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;"> </span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;">An einem anderen Tag durften wir wiederum sibirische Gastfreundschaft mit zwei Ewenken erleben, dem Ursprungsvolk der dortigen Gegend. Sie sammelten wilden Schnittlauch am Flussufer und luden uns am Lagerfeuer zum Tee und am Spieß gebratenen Elch-Schaschlik ein. </span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;">Die Unterhaltung war auf Russisch durch Sieglinde und Mimika von Hansjörg – wie der Schwabe sagt: mit Händ ond Füaß.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;"> </span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;">Ein besonderes Abenteuer war ein 3tägiger Ausflug, bei dem uns Slava ca. 20 km fluss-aufwärts auf einer Insel absetzte und wir im Zelt 2 Nächte verbrachten. </span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;">Als wir bei der Erkundung der einsamen Insel jedoch plötzlich auf eindeutige Bärenspuren trafen, wollte Sieglinde wieder abreisen. Hansjörg konnte sie jedoch zum Bleiben überreden. Zugegebenermaßen schliefen wir jedoch beide in der Nacht etwas unruhig.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;"> </span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;">Ohne eine Menschenseele weit und breit machten wir anstrengende und mit Treideln gewürzte herrliche Paddeltouren fluss-aufwärts. Am Ende der Tour bauten wir sogar ein Steinmanndl. </span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;">Die manchmal etwas lästigen, fliegenden</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;">Ureinwohner hielten wir mit Mückenkleidung und -netz in Schach.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;">2 ½ Tage – wir Zwei allein auf dieser Insel – brachten für uns neue Erfahrungen und bleiben schöne Erinnerungen an diesen besonderen Urlaub. </span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;"> </span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;"> An einem anderen Tag durften wir wiederum sibirische Gastfreundschaft mit zwei Ewenken erleben, dem Ursprungsvolk der dortigen Gegend. Sie sammelten wilden Schnittlauch am Flussufer und luden uns am Lagerfeuer zum Tee und am Spieß gebratenen Elch-Schaschlik ein. </span></span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;">Unterhaltung auf Russisch durch Sieglinde und Mimika von Hansjörg, also mit Händ ond Füaß.</span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">                                                               </span></span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;">Slava lud uns eines schönen Morgens zum Fischen ein. Zusammen mit einem Verwandten fuhren wir per Boot einige Kilometer flussabwärts. Über die Uferböschung erreichten wir durch wegloses Gelände zwei kleine Seen, wo die Beiden ihre Reusen mit Brot zum Anlocken der Fische präparierten und auswarfen. Nach einer guten halben Stunde wurden die Reusen herausgezogen und entleert. Die Beute war ein guter halber Eimer voll kleiner Fische, die jedoch nicht für uns bestimmt waren, sondern  kleingeschnitten für die Hühner als Futter dienten.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;"> </span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;">Nach einer letzten nochmals wunderbaren Paddeltour und schwimmen im Fluss mussten wir noch schmutzige Wäsche waschen, die ohne Vollautomat bedeutend aufwendiger war als bei uns zu Hause. Bei dem letzten Banjabesuch wurde &#8211; vor allem Hansjörg &#8211; bewusst, dass diese Art des Bades zwar etwas aufwendiger ist (man sollte immer zu zweit sein), aber keinerlei Nacharbeiten notwendig sind bezüglich Lüften, Boden wischen usw. Auch gibt es keine Sieglinde-Ermahnungen:“Hast du dies, hast du das,…?“ Dies schätzte Hansjörg an der Banja besonders hoch.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;"> </span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;">Eines Morgens hieß es dann Abschied nehmen. Im Morgennebel  von 8.00 Uhr bis abends 21.00 Uhr flussabwärts ging es bedeutend schneller als flussaufwärts. Auf halber Strecke wuchtete Slava einen 50 l Kanister Benzin an Land und versteckte ihn im Gebüsch, um auf der Rückfahrt Spritreserve zu haben. Nach herrlicher Flussfahrt und Sichtung eines den Fluss überquerenden Bären landeten wir an einer schönen Flussinsel an und schlugen die Zelte auf. Unter einem sogenannten Mückendom konnten wir stress- und mückenfrei essen. Am anderen Morgen ließen wir es uns noch einmal gut gehen, Hansjörg sang für Karin und Slawa noch ein Abschiedslied und nach Abbau des Lagers nahmen wir die letzte Etappe in Angriff. Das Handy hatte ab hier wieder Netzempfang und so war in in Ust-Njuksha  alles vorbereitet, als wir gegen 11. 00 Uhr dort ankamen. Von der uns schon bekannten Gastfamilie wurden wir wieder bestens versorgt, bevor wir per Auto und Boot zum Bahnhof nach Juktali gebracht wurden. Dort nahm Karin Haß ihren nächsten Gast in Empfang. Wir verabschiedeten uns herzlich und warteten am Bahnhof auf den Gegenzug, der am frühen Abend pünktlich ankam.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;"> </span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;">In 1 ½ Tagen legten wir die BAM-Bahnstrecke bis Severobaikalsk zurück &#8211; unser neues Etappenziel. </span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;">Das Zugabteil mussten wir uns diesmal jedoch mit 2 russischen jungen Männern teilen, es war weniger Platz, jedoch gab es keinerlei Probleme. Der Oljokmafluss begleitete uns einige Kilometer weit und wir konnten nochmals ausgiebig die herrliche Taiga mit ihren unendlichen Bergen und Wäldern vom Zug aus bewundern, bevor wir uns im Speisewagen mit Pivo (russisches Bier) und Borschtsch verwöhnen ließen.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;"> </span></p>
<p><strong><span style="font-family:Arial;">Abschiedslied für Karin und Slava</span></strong></p>
<p><strong><span style="font-family:Arial;"> </span></strong></p>
<p><em><span style="font-family:Arial;">Melodie nach Amacing Grace</span></em></p>
<p><span style="font-family:Arial;"> </span></p>
<p><span style="font-family:Arial;">Der Tag war schön, so schön mit Euch,</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;">wir danken Euch dafür,</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;">auch wenn dieser Tag zu Ende geht,</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;">bleibt uns die Erinnerung.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;"> </span></p>
<p><span style="font-family:Arial;">Wir wanderten durch die Natur,</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;">Sonne schien uns ins Gesicht,</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;">fühlten bei so mancher Paddeltour,</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;">Freiheit auch im Abendlicht.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;"> </span></p>
<p><span style="font-family:Arial;">Es war für uns das Paradies</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;">kamen aus mit wenig Geld</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;">nicht mal Mücken machten uns das Leben mies</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;">ach, wie schön ist diese Welt.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;"> </span></p>
<p><span style="font-family:Arial;">Es geht jedoch alles vorbei,</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;">s’ist Naturgesetze Lauf,</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;">am Oljokma lebt der Mensch noch frei,</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;">Liebe höret nimmer auf.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;"> </span></p>
<p><span style="font-family:Arial;">Spasiba, Dank</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;">ihr Freunde all</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;"> </span></p>
<table width="100%" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td>
<div>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;"> </span></p>
</div>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;"> </span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">2. Teil    <strong>Der Baikalsee, das blaue Herz von Sibirien</strong></span></span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;"> </span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;">In Severobaikalsk, am Nordwestende des Baikalsees, wurden wir am Bahnhof von Ljuba, einer netten jungen Frau des ansässigen Reisebüros, abgeholt und per Pkw zu unserer Gastfamilie gebracht. Ljuba konnte deutsch und englisch und so war die Verständigung bestens. Sie übte auch immer wieder „Fischers Fritz fischt frische Fische“. Bei unserer Gastfamilie der nächsten 5 Tage war die Verständigung jedoch nicht so einfach, so dass meine Frau Sieglinde ihr russisch anwenden konnte und musste. Wir hatten ein für russische Verhältnisse sehr feudales Zuhause in einem schönen 2-geschossigen Holzhaus mit burjatischen Schnitzereien in einem ruhig gelegenen Ortsteil. Nadja und Sascha waren als Gastgeber sehr um unser Wohl bemüht und mit russisch deutschem Wörterbuch und „Mimika“ (Mimik) hatten wir oft viel Spaß bei der Unterhaltung. Auch sangen wir spät abends gemeinsam russische Lieder, die mit fließendem Wodka auch immer besser gingen. Ljuba hatte für uns am anderen Tag einen Ausflug mit Pkw und Fahrer nach Baikalskoje organisiert. Dies ist einer der wenigen Orte, die im Norden direkt am Baikalsee liegen und auf einer asphaltierten Straße erreichbar sind. An einem heiligen Ort </span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;">(Obo) oberhalb des Baikalsees erklärte sie uns die Naturreligion Schamanismus und wir durften am Altar ein kleines Opfer niederlegen. Viele solcher Orte sieht man rings um den See, meist gut sichtbar durch farbige Bänder an Bäumen und Sträuchern.</span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;"> </span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;">Nach der Besichtigung des hübschen Ortes Baikalskoje mit seinen kleinen schnuckeligen Holzhäuschen machten wir eine herrliche Wandertour an einem Kliff entlang. Danach gönnten sich Linda und Otto das erste Bad im erfrischend kalten Wasser des Baikalsee, während in der Zwischenzeit Ljuba ein herrliches Picknick richtete: geräucherter Omul, Brot, Obst und kleinen Leckereien. </span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;"> </span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;"> </span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;"> </span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">Eigentlich wollten wir am anderen Tag das Ostufer des Sees ansteuern, um von dort den Frolica-Trail zu machen, aber Ljuba hat uns wegen Bärengefahr abgeraten und stattdessen eine Tour auf die Insel Yarki empfohlen. Die ca. 15 km lange und 300 m breite Insel liegt am Nordende des Sees und ist tatsächlich wunderschön. Per Taxi fuhren wir nach Nishneangarsk und warteten bei kühlem Nieselwetter (nur noch 10 Grad) auf Viktor Kusnetzow. Gegen 10.00 Uhr mussten wir durch das kalte Wasser barfuß in sein schnelles Schlauchboot einsteigen und wurden von ihm nach rasanter Fahrt ungefähr in der Mitte der Insel abgesetzt. Die Rückfahrt wurde für 2 Tage später 14.00 Uhr ausgemacht.</span></span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">Nach der Suche eines Zeltplatzes und Aufstellung unseres Minizeltes mit Tarp gab es als Erstes etwas Warmes mit Hilfe unseres Esbitkochers. Danach erkundeten wir die Insel in die Ostrichtung bis zum Ende, wo ein Teil der Oberen Angara in den Baikal fließt. Eine Jugendgruppe und ein paar einzelne Zeltler sichteten wir bei dieser Erkundung. Trotz windigem Schmuddelwetter war es eine wunderbare Tour mit Schwemmholz, Sandstrand und interessanten Pflanzen. Die Nacht verbrachten wir vor und in unserem Zelt mit Lagerfeuer und Glühwein, die uns etwas einheizten. Am anderen Tag liefen wir zum Anfang der Insel mit ähnlichen Zutaten wie tags zuvor, aber bei gutem Wetter. Am Ende der Insel stand eine Fischerhütte, wo sich Denise, ein russischer Geologe aus Samara, wegen des schlechten Wetters aufhielt und mit dem Sieglinde sogleich ins Gespräch kam, denn er konnte auch englisch. Er zeigte uns die Hütte, lud uns zum Tee ein und anschließend saßen wir vor der Hütte und er erzählte uns, dass er 3 Monate von seinem Arbeitsgeber frei hat und mit seinem Schlauchboot einen Teil des Baikalsees befahren will. Nach Filmaufnahmen seinerseits, Fotos und dem Lied „Auf der Wolga breiten Fluten“ von Hansjörg und Denise in deutsch und russisch gesungen, luden wir ihn zu einem Besuch um 16.00 Uhr bei uns ein. </span></span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">Pünktlich kam er angepaddelt und wir hatten noch mords Spaß am Lagerfeuer mit gebratenen Hähnchenschlegeln, Bier und netten Gesprächen, bevor er nach Austausch der email-Adressen weiterfuhr. Zur Abwechslung war dies deutsche Gastfreundschaft im fremden Land. </span></span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">                                                           </span></span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">Der nächste Tag begann mit Superwetter und wir hielten uns am Strand auf und schrieben Tagebuch, machten Joga, übten Handstand, einfach Urlaub und Freude pur. Pünktlich um 14.00 Uhr kam Viktor mit Ljuba am Landesteg an und beide freuten sich saumäßig, dass es uns gut ging. Viktor bretterte über den See zurück in den Hafen von Nishneangarsk und wir besichtigten noch sein selbst gebasteltes Häusle, bevor wir per Taxi wieder zu unserer Gastfamilie nach Severobaikalsk gefahren wurden. Sascha und Nadja luden uns ein, mit ihnen zu einer heißen Quelle zu fahren, etwa 40 km vom Haus entfernt. Nach gefühlter 100 km Fahrt entlang der BAM Bahnstrecke kamen wir in dem Minibad an. In dem Thermalwasser mit über 40 Grad Wärme konnte in zwei ca. 20 m² großen Becken mehr gestanden als geschwommen werden. Wir zwei wurden bestaunt wie Exoten und manche Einheimischen konnten es kaum glauben, dass Deutsche hierher zum Baden kommen.</span></span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">Zu Hause angekommen gab es  zum Ausklang des Tages gegen 23.00 Uhr Speck, frische Kräuter aus dem Garten, Wodka, Lieder und Toasts auf die deutsch-russische Freundschaft. Dass sich anscheinend aber auch die fliegenden Ureinwohner bei dem heißen Wasser sauwohl fühlten, konnte man anderntags auf Sieglindes Körper bestaunen. Am letzten Tag in Severobaikalsk gingen wir nochmals zum See und bewunderten Pferde. Unsere Absicht entlang des Ufers zurück zur Stadt zu kommen, war jedoch ein Irrweg, deshalb mussten wir durch den Wald und teils entlang der Hauptstraße gehen. Bargeld auf der Bank zu holen, war auch nicht so einfach, denn 10 Minuten vor der eigentlichen Schließung der Bank, hieß es unfreundlich „Njet“ (Nein) am Schalter. Zum Glück fanden wir noch eine Bank, die bis 19.00 Uhr offen hatte. Unter strengstem Schutz eines Sicherheitsmenschen bekamen wir in einer geschlossenen Kammer unser Geld. Der Abschied von Nadja, Sascha und Kater Sam am letzten Abend war sehr herzlich. Mit Posie (russische Maultaschen), Wodka und dem gemeinsam gesungenen Baikallied beschlossen wir den Tag. Laut Sascha sind wir zwei „Maladzi“ (Prachtkerle) und bekamen noch eine Einladung zur Goldenen Hochzeit unserer Gastgeber im Jahr 2018.</span></span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">Ljuba mit Fahrer holte uns anderntags ab und brachte uns zum Hafen, wo wir auf das Tragflächenboot „Raketa“ warteten, das uns ca. 300 km südlich zur Insel Olchon bringen sollte. Mit halbstündiger Verspätung kam das Boot an und nahm etwa 20 Personen mit an Bord. </span></span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">Dort trafen wir einen jungen Deutschen, der in Irkutsk arbeitet und fliesend russisch spricht. Er liebt dieses Land, hatte sich als Wirtschaftsleiter an einem Krankenhaus in Kasachstan beworben und wurde genommen. Er schrieb Hansjörg einen Spruch auf, den wir nach unseren Erfahrungen bestätigen konnten.</span></span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">Der  russische Dichter und Diplomat A. Tutchew hat 1820 den Spruch geprägt: </span></span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;"> </span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">„Verstand wird Russland nie versteh‘n,</span></span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">kein Maßstock sein Geheimnis rauben,</span></span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">so wie‘s ist &#8211; so lasst es geh´n,</span></span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">an Russland muss man einfach glauben“.</span></span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;"> </span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">Ein Österreicher mit seiner Mutter, die auf Besuch war, begleitete den Deutschen. Auch er wird 1 Jahr in Irkutsk bleiben, um russisch zu lernen, wollte jedoch seiner Mutter die Insel Olchon zeigen. Es war ein herrlicher Tag: sonnig, fast wolkenlos, der blaue Baikalsee zeigte sich in seiner einmaligen Pracht und die schneebedeckten blauen Berge entlang des Ufers bestätigte unser Motto, „Sibirien &#8211; eine Fahrt ins Blaue“. </span></span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">Durch die hohe Geschwindigkeit des Bootes gab es mächtigen Fahrtwind und so konnte man den Anorak und die Mütze gut gebrauchen. Sieglinde schlief über 1 Stunde im Inneren des Bootes tief und fest und Hansjörg war mit Fotografieren beschäftigt, um die überwältigende Landschaft aufzunehmen, wo sich auf hunderte von Kilometern keine einzige Ortschaft befindet. Ca. 16.00 Uhr war die Ankunft auf Olchon, wo schon ein Lada mit Fahrer auf uns wartete. Ein russisches Pärchen fuhr mit uns. Die Fahrt war abenteuerlich, da sich der Fahrer laufend nach hinten drehte und mit dem russischen Paar sprach. Trotzdem verließ er laufend die befestigte Straße, die ihm zu holprig und wellig war und suchte sich seinen Weg auf Nebenwegen oder Wiesen. 40 km weit ging die rasante Fahrt bis Khuzhir. Dort kamen wir zu Nikitas Homestead, ein Feriendorf, das international betreut wird und wo deshalb unter anderem auch deutsch gesprochen wird. Wie in einem umzäunten Fort befinden sich im Inneren kleine Holzhäuschen mit jeweils 2 oder 3 Zimmern und einfachem WC. Außen gab es Duschkabinen, die von Fässern auf dem Dach gespeist wurden und mit direkt verwandelter Sonnenenergie warmes Wasser lieferten. Wir bezogen mit einem Schweizer Ehepaar das Holzhaus Nr. 1. Danach liefen wir gleich zur Klippe und genossen den herrlichen Blick auf die Bucht mit dem berühmten Schamanenfelsen. Leider fuhr gerade ein Jet-Ski. Dieser Lärm passte da gar nicht hin. Wir waren jedoch überwältigt von der tollen Landschaft und dem Blick über das kleine Meer „Maloje Morje“. </span></span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;"> </span></span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;"> </span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">Um 20.00 Uhr gingen wir zum Essen in das Gemeinschaftshaus, wo es verschiedene Salate und russische Speisen gab. Anschließend wohnten wir einem kleinen Konzert von Burjaten bei, die das Leben in einer Jurte mit Gesang und Tanz darstellten. Es waren nur wenige Zuschauer zugegen. Gegen 21.45 Uhr gingen wir wieder zur Klippe und trafen den Österreicher mit seiner Mutter. Er fotografierte den Sonnenuntergang und wir machten einen Schwatz. Zwischenzeitlich kam der fast volle Mond und es wurde ziemlich kühl, deshalb gingen wir in das Kaffee in unserem Resort, tranken Bier und aßen wunderbaren Kuchen. Die Bedienung war ausgesprochen nett. </span></span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">Zum Frühstück um 9.00 Uhr gab es Müsli, Ei und Plinis (Pfannkuchen) und danach meldeten wir uns für noch zwei freie Plätze einer Nordinseltour an. Gegen 10.00 Uhr fuhren wir mit 2 Spaniern, einem amerikanischen Paar, einem Norweger, einer Italienerin und einer Russin, die sehr gut englisch sprach, los. Hansjörg als Ältester durfte sich vorne neben den Fahrer setzen und staunte nicht schlecht wie dieses Allrad-Fahrzeug oft tief durchfurchte Wege, die keine Wege sind, meisterte und das bei hoher Geschwindigkeit, so dass die hinten Sitzenden oft hin- und her geschleudert wurden. An herrlichen Plätzen wurden Stopps eingelegt und auch während der Fahrt viel erklärt, z. B. dass die Insel erst seit 5 Jahren am Stromnetz angeschlossen ist, dass es eine Fischfabrik gab sowie ein Strafgefangenenlager. </span></span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">Zuletzt mussten wir auf einem grandiosen Pfad bis zum Kap laufen.</span></span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;"> </span></span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">Von steiler Klippe sahen wir blau, blau und nochmals blau. Zwar waren viele Kleinbusse unterwegs, doch wir sahen nur die tollen Felsen und das unendliche Blau des Baikalsees. </span></span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">Alle waren restlos begeistert und tief beeindruckt von dem Naturwunder. Jede Busgruppe scharte sich anschließend um das eigene Feuer, wo aus einem Metalltopf heiße Fischsuppe serviert wurde. Dazu gab es Käsebrote, Gurken und Tomaten, sowie als Nachtisch Tee mit Keksen. Gegen 15.00 Uhr fuhren wir dann auf die östliche bewaldete Seite der Insel. Hier gab es auch eine besondere Felsenformation mit prächtigem Baikalseeblick und Hansjörg (Otto) musste dann einfach singen.</span></span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">Der letzte Aufenthalt war in einer Bucht, dort konnte man reiten oder einen Kaffee trinken. Um 16.00 Uhr fuhren wir zurück. Tief beindruckt von dem Gesehenen, aber auch durch das Durchschütteln waren alle mundfaul und müde geworden. In unserem Häusle angekommen, legten wir uns dann auch etwas hin, duschten und gingen zum Essen. Es gab Fisch, verschiedene Salate und als Nachtisch Piroggen mit Marmelade. Es war warm und sonnig, so dass wir wieder an unseren Lieblingsplatz auf der Klippe gingen und den Sonnenuntergang beobachteten.</span></span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">Wir hatten unseren Rotwein dabei, am Schamanenfelsen trommelten und beteten Anhänger. Es war eine eigenartige mystische Stimmung. Nach 23.00 Uhr gingen wir zurück und schliefen bald ein. </span></span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">Hansjörg stand schon um 5.30 Uhr auf, um den Sonnenaufgang zu erleben und kam gegen 8.00 Uhr begeistert zurück. Er machte viele Aufnahmen und sagte, dass man die Eindrücke des Sonnenaufgangs mit Worten nicht beschreiben kann. Er beobachtete aus der Ferne auch eine burjatische Familie, die zum Beten an den Schamanenfelsen kam und Opfer für die Geister niederlegte. Eine Yoga- und Judogruppe war auch in der Nähe und machte bei Sonnenaufgang Übungen.</span></span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">Wir gingen spät zum Frühstück. An unserem Eingang gab es eine Anzeige über Seekajakmieten, wir erkundigten uns und machten dies für den nächsten Tag aus. Danach liefen wir in den Ort, kauften Getränke und trafen den Bayer Harald aus Landsberg, der mit einer BMW unterwegs war. Er wohnte bei einem Russen, der auch Deutschlehrer ist. Dieser verlieh Fahrräder und verkaufte in einer Jurte Souvenirs und Schiffstouren. Wir kauften eine 2stündige Abendtour entlang der Küste, ab 20.00 Uhr für 1300 Rubel. </span></span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">In der Unterkunft angekommen, packten wir unseren Rucksack mit Getränke, Badesachen und Luftmatratzen und liefen am Sandstrand entlang. Es war sehr mühevoll zu gehen. Wir faulenzten jedoch an einem herrlichen einsamen Platz und Hansjörg testete wieder mal die Seetemperatur und meinte: „Nichts für Weicheier!“. Auf dem Rückweg waren traurig anzusehen die Stellen mit Müll und die Flaschenentsorgung im Wald. Um 19.00 Uhr gingen wir zum Essen und mussten uns dann beeilen, damit wir pünktlich am Hafen waren.</span></span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">Dort gab es früher eine Fischfabrik, die nicht abgerissen wurde und nun verfällt. Auch der ganze Hafen mit vergammelten Schiffen, Landestegen, fehlenden Bohlen und Geländern ist unseren Augen eine einzige Katastrophe. In einer schönen Fahrt fuhr unser Boot entlang der Küste bis zu einer Vogelinsel. Dort wurden Tausende von Vögeln vor allem Möwen und Kormorane beobachtet und gefüttert. Mittlerweile war die Sonne untergegangen und es war kühl. Gegen 22.00 Uhr waren wir wieder am Hafen und liefen zurück zur „Stadtmitte“. Auf der Terrasse eines Lokals tranken wir bei Vollmond gezapftes Bier (2 Gläser für 90 Rubel) und sahen dem Treiben auf der staubigen Hauptstraße zu.</span></span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">Nach dem Frühstück fragten wir gleich an wegen dem Seekajak und bestellten ein Taxi für 10.00 Uhr. Die Einsatzstelle war ein paar Kilometer außerhalb von Khuzhir. Dort befanden sich auf einem großen gepflegten Grundstück Holzhäuser und auch Zelte. Wir bekamen eine vollständige Ausrüstung mit Schwimmwesten und wurden mit einem Auto ans Wasser gefahren. Gegen 10.30 Uhr paddelten wir bei Gegenwind und Wellen los, kamen gut voran und genossen es einfach wieder einmal in einem Kajak zu sitzen. Gegen 13.00 Uhr landeten wir in einer Bucht mit Sandstrand an. Bei sommerlichen Temperaturen liefen wir auf der Klippe entlang, wo es viele Jungrinder gab. Auch wuchsen dort herrliche Steingartenblumen. Nach einem prima Picknick bei tollem Seeblick machten wir uns frisch und paddelten gegen 16.00 Uhr um eine kleine gegenüberliegende Insel herum, auf der auch Möwen mit Jungen nisteten. Dadurch gab es ein Mords-Geschrei. Nach Passieren des Schamanenfelsens wurden wir müde, aber die See war ganz ruhig und wir kamen um 18.30 Uhr an der Ausgangsstelle an. Dort bezahlten wir unsere 1600 Rubel und konnten mit dem Besitzer des Platzes in den Ort fahren, allerdings nicht umsonst, dies kostete 120 Rubel extra. Im Kleinbus waren noch junge Mädchen, die sich mit uns auf Englisch unterhielten. Danach kauften wir 1 Brot, 1 Dose Thunfisch und gingen in unser Quartier zurück. Die Duschen waren zwar kalt, doch Sieglinde wagte es. Nach dem Abendessen liefen wir nochmals zur Klippe, im Rucksack Sitzunterlagen, Bier und Nüsse. Beim letzten Sonnenuntergang auf der Insel Olchon ließen wir unseren Gedanken auf der herrlichen Insel freien Lauf.</span></span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;"> </span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">Das bestellte Taxi, das uns zum Bus brachte, kam erst 8.50 Uhr an, so dass wir zwar noch gerade rechtzeitig am Bus ankamen, aber nur einen Platz für 2 Personen incl. Gepäck hatten. Es waren zwar nur 40 km bis zur Fähre, aber bereits nach 10 km gab es den 1. Stopp, denn es qualmte heftig aus dem Armaturenbrett. Alles stieg aus, der Fahrer und sein Begleiter schraubten das Armaturenbrett ab. Nach ca. 30 Minuten Bastelei innen und außen hatten sie wohl den Fehler gefunden und es ging weiter bis zur Fähre. Hier mussten wir 40 Min. warten, die Überfahrt zum Festland dauerte aber nur 10 Minuten. Es gab weiterhin nur eine zwar befestigte, aber ungemein holprige Buckelpiste, die unser Stadtbus nur sehr mühselig schaffte. Um 14.00 Uhr gab es eine Pause an einem Kaffee. Danach war die Straße asphaltiert bis Irkutsk. Der Bordmechaniker stand die gesamte Zeit vorne am Bus und unterhielt sich viel mit dem Fahrer. Trotz Hitze und Durchschütteln konnten wir alle mal schlafen. Gegen 17.00 Uhr kamen wir in Irkutsk an und unsere Ansprechpartnerin vom Reisebüro wartete schon. Wir konnten gleich umsteigen in einen Kleinbus. Die junge Frau unterhielt sich kaum mit uns. Ihr war wichtig, dass sie von unseren Pässen Kopien und 700 Rubel zur Registrierung in Irkutsk bekam.</span></span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">Über eine gute Berg- und Talstraße kamen wir nach 60 km in Listwjanka in einer Pension an und bekamen einen kleinen handgezeichneten Plan vom Touristenort. Die Wirtin gab uns in Englisch eine kurze Einweisung unseres Quartiers. Dort befanden sich eine Dusche mit WC sowie eine winzige geschlossene Terrasse. Wir liefen in den Ort und holten am Geldautomat gleich Rubel. Überall sahen wir Souvenirstände. In einem chinesischen Restaurant gab es große Portionen zu essen, dazu tranken wir Bier. Danach ging es zum Markt und Sieglinde ließ sich eine Kette mit einem blauen leuchtenden Stein für 1900 Rubel aufschwatzen. Als wir wieder an unserem Quartier ankamen, standen auf unserem Grundstück 6 Toyotas mit großer Aufschrift: Thailand – Paris 25.000 km/16 Länder in 8 Wochen. </span></span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">Mit Joghurt, Spiegeleier, Wurst, Schinken und Süßigkeiten erwartete uns um 9.30 Uhr ein reichhaltiges Frühstück. Ein Thai sprach uns an und er war sehr interessiert an uns. Er war schon einige Male in Stuttgart. Er liebt das Autofahren und macht fast jedes Jahr so große Touren.</span></span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">Da es bewölkt war, entschlossen wir uns das Baikalsee-Museum zu besichtigen, das recht gut besucht war. Wir bezahlten 480 Rubel und bekamen eine englisch-sprechende Führerin. Sie erklärte uns, dass der Omul im Frühjahr in die oberen Schichten des Sees kommt, ab 300 m Tiefe ist das Wasser konstant 4 Grad warm, wo sich die Fische im Winter aufhalten. 20 % des Welt-Süßwasserreservoirs befindet sich im Baikalsee und ist mit 1.637 m der tiefste See der Erde. Der Baikalsee wurde im Jahre 1996 zum Weltkulturerbe erklärt und somit kann sich dort keine Industrie mehr ansiedeln. Mit der Unterwasserstation MIR wurden viele Untersuchungen in die Tiefen gemacht.</span></span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">Der See ist reich an Kleinlebewesen und bietet eine gute Futtergrundlage für die Baikalrobben,</span></span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">die wir in einem Aquarium auch schwimmend beobachten konnten. Nach einer Stunde gingen wir den dahinter liegenden Berg hoch zum Cerskovs-Fels, der einen herrlichen Ausblick auf die Angara bietet (einziger Ausfluss aus dem Baikalsee) mit dem gegenüber liegenden Port Baikal, dem ehemaligen Fährhafen und heutigen Startpunkt der Museumsbahn. Über einen kleinen Skihang mit Sessellift, blühenden Blumenwiesen und Schmetterlingen liefen wir zum ersten Hotel am Platz, dem Hotel Baikal. Es ist eine große Hotelanlage in alter Holzbauweise, riesiger Terrasse und Wasserfall. Die Sonne schien und wir bestellten Fischsuppe, Borschtsch, dazu 2 Bier und zuletzt tranken wir einen Cappuccino zusammen, stolze 1.390 Rubel = 35 € (Bierpreis 6 €). Wir setzten uns in eine Schaukel, genossen den schönen Ausblick direkt über der Angara und liefen gegen 17.00 Uhr zurück in den Ort, um uns im Touristenbüro nach einem Baikaltrail entlang der Klippen zu erkunden. Die Antwort war kurz und bündig, fast unhöflich:“Trail geht nicht!“ und drückte uns einen Plan von Listwjanka in die Hand. Wir liefen dann zum Fischmarkt, kauften 3 geräucherte Omule, 4 kleine Gurken, 2 Tomaten und 2 x 1 l Bier und Wasser. Auf der Terrasse unseres Quartiers konnten wir zu Abend essen, dazu brachte die Hauswirtin Teller, Gläser und Brot und wir genossen den warmen Abend. Spät abends liefen wir unsere Straße bis zum Ende, um unsere Internetbeschreibung des Wanderweges mit den vorhandenen Wegen zu vergleichen. Wir entschieden, diese Wanderung zu machen und packten den Rucksack, tranken noch einen Wodka und gingen 0.30 Uhr ins Bett.</span></span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">Am nächsten Morgen saßen am Frühstückstisch Deutsche, Schweizer und Holländer. Das Wetter war gut, wir waren startklar, doch die Hauswirtin riet uns ab und sprach von einer Gehzeit bis zu 10 Stunden. Wir ließen uns zur Sicherheit ihre Telefonnummer geben. Da wir erst ziemlich spät frühstücken konnten, liefen wir erst 10.15 Uhr auf sehr steilen Anstiegen hoch. Der Pfad war jedoch gut sichtbar, unterwegs sahen wir Pilze und immer wieder schöne Blumen. Wie beschrieben gab es eine scharfe Linksbiegung und danach ging es im Zick-Zack in ein Tal. An einem Bach blühte mannshoher Rittersporn in mehreren Blautönen sowie Blutweiderich. Wir trafen auf ein Jugendlager direkt am Baikalsee, wo junge Menschen den GBT (Großer Baikal Trail) ausbauten. 3 junge Mädchen sprachen uns gleich an und waren sehr interessiert. Wir wurden von Ihnen zum Mittagessen eingeladen, doch wir lehnten ab, da wir bis 18.00 Uhr im Ort Koty sein mussten. Nach einer kurzen Rast nahmen wir den Klippenweg, obwohl ein Schild warnte „Dangerious!“. Dass dies seine Berechtigung hatte, merkten wir schließlich, als der Weg immer schmaler und der Hang zum See ohne Büsche und Bäume immer steiler wurde. Bei einem Fehltritt gäbe es da kein Halten mehr, deshalb entschieden wir uns wieder für den Rück- und Normalweg. Im Zick-zack ging es bergauf mit wunderschönen Aussichten und einem gut ausgebauten Weg. Gegen 16.00 Uhr sahen wir ein Schild: noch 2 Stunden bis Koty. Wir wollten es nicht glauben, doch Sieglinde legte den Turbogang ein und so schafften wir die Strecke in 1 ½ Stunden. Immer wieder konnten wir den kleinen Ort bei einem Ausguck sehen, doch der Weg zog sich, oft direkt an steilen Klippen entlang, bis er zuletzt in einen breiten Weg einmündete. Verschwitzt kamen wir an der Bootsanlegestelle in Koty an und vom Baikalsee wehte ein frischer Wind. Am Steg trafen wir Holländer, die staunten, dass wir diese Tour in so kurzer Zeit gelaufen waren. Pünktlich 18.00 Uhr fuhr das Tragflächenboot los und in 20 Minuten waren wir wieder in Listwjanka für einen Fahrpreis von 500 Rubel = 12,50 €. </span></span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">Wir holten nochmals Geld und gingen zum Markt. Auf dem Fischermarkt aßen wir jeweils 4 Maultaschen (ähnlich wie Posie), tranken Bier dazu und einen Karottensalat mit Knoblauch. 19.30 Uhr brachen wir auf, es wehte ein kühler Wind, zu Hause duschten wir und zogen gleich die Schlafanzüge an,  tranken ein Bier auf der Terrasse und ab 22.00 Uhr schliefen wir tief und fest.</span></span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">Wir hatten alles richtig gemacht, denn der nächste Tag war regnerisch. Da wir anderntags abreisen mussten, fingen wir an zu packen und dann waren wir schon wieder müde und schliefen bis Mittag. Mittlerweile war das Wetter besser und wir liefen im Wald hoch zum Observatorium, konnten sogar das Gelände betreten, doch kein Mensch ließ sich sehen. Auf dem Weg nach unten sahen wir einen Pfad, den wir entlang gingen und der uns noch einmal die Schönheit dieser Landschaft bewusst machte. Am Ende war eine steile Klippe, von der es fast senkrecht in die Tiefe ging.</span></span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">An diesem herrlichen Platz mit Blick zur nächsten Bucht machte dann Hansjörg noch einige Bilder mit Selbstauslöser und wir empfanden dies als wunderschönen Abschied von Listwjanka. Der Rückweg entlang des Ufers und der Strandpromenade zeigte jedoch auch noch einmal die Kehrseite des Tourismus. Immer wieder wilde Müllberge und zerbrochene Wodkaflaschen. An einer Infostelle fragte Sieglinde nach einem guten Restaurant. Wir fanden es auch nach einer halben Stunde Gehzeit direkt an der Hauptstraße. Die Bedienung war sehr freundlich und wir aßen Borschtsch, Hühnersuppe, Omul mit Salzkartoffeln und Weinsauce. Hansjörg aß Fisch (gut verpackt im Sahnemantel) in einem Pfännle und dazu eine Pirogge. Wir tranken Fassbier und bezahlten 1400 Rb. = 35 Euro. Dies war ein gelungener  Abschluss für die Zeit in Listwjanka. Mittlerweile wurde das Wetter wieder richtig gut und wir gingen heim in der Hoffnung, dass die morgige Zugfahrt auch bei sonnigem Wetter stattfinden kann. Der Schlummertrunk mit Bier und Wodka ließ uns wunderbar einschlafen.</span></span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">Am letzten Tag gab es schon um 8.00 Uhr Frühstück, neben uns saß eine Schweizerin, die im Auftrag ihres Reisebüros die gleiche Bahnfahrt buchte und sowohl Sibirien als auch die Mongolei und China anbieten möchte. Wir hatten für uns eine Extrareisebegleiterin, die perfekt Deutsch sprach. Unser Gepäck wurde direkt nach Irkutsk gefahren, somit hatten wir nur unser Handgepäck. Mit der Fähre fuhren wir nach Port Baikal. Dort hatten wir Aufenthalt, bis alle Gäste durch mehrmalige Fährfahrten am Bahnhof angelangt waren. Am Bahnsteig bettelten 2 Pferde und wollten laufend gestreichelt werden. Wir besahen uns das schön restaurierte Bahnhofsgebäude auch von innen, wo eine Ausstellung die Geschichte der Transsibirischen Eisenbahn im dortigen Bereich vermittelte. Man konnte sich Modelle ansehen und wir bewunderten die Pionierleistung der damaligen Zeit. Da diese 84 km lange Strecke bis Sludjanka die beiden Teile der Transsibirischen Strecke verband und durch den riesigen Aufwand zum weitaus teuersten Teilstück der Transsibirischen Eisenbahn wurde, bezeichnete man sie damals als „Goldschnalle“. </span></span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">Arbeiter und Ingenieure aus der ganzen Welt, natürlich auch Zwangsarbeiter, bauten diese Trasse unter oft unmenschlichen Bedingungen. Die Arbeiten waren aufgrund der Hangsicherung lebensgefährlich, denn alles war natürlich handgemauert, so auch die 40 Tunnel, die mit Holzbalken abgesichert wurden. Die letzte Fahrt war im Jahr 1956, dann wurde der neu gebaute Staudamm bei Irkutsk geflutet, der See- Wasserspiegel dadurch angehoben und die Bahnstrecke Irkutsk-Port Baikal damit nicht mehr befahrbar. Die neue Bahnlinie ging über die Berge, die durch stärkere und elektrische Loks möglich wurde. Als Museumsbahn konnte die „Goldene Schnalle“ jedoch weiter befahren und entsprechend ausgebaut werden. Da die Bahnstrecke unmittelbar am Ufer des Baikalsees entlang führt, gab es für uns Reisende  einige Haltestationen bei Traumwetter. Ausgiebig konnte man auch ein paar Tunnels besichtigen, jeder für sich ist ein handwerkliches Kunstwerk.                              </span></span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">Die kleinen Ortschaften an der Strecke haben durch den Museumszug die Möglichkeit sich etwas Geld zu verdienen, durch Verkauf von Fischen, kleinen Speisen und Souvenirs. In einer Bucht konnte man auch baden, 2 Boote fuhren einige Gäste hinaus auf die See. Hansjörg durfte nach einem Obolus von 5 Euro an den Lokführer ca. 15 km vorne auf der Diesellok mitfahren, was natürlich ein ganz besonderes Erlebnis war. Das Wasser im Südzipfel des Sees besitzt keine Trinkwasserqualität mehr, da es noch eine Papierfabrik gibt, die ihr Abwasser in den See leitet. Zwar ist dies nicht zulässig, doch sie sind der Meinung, dass die Angara dieses Wasser aus dem See wieder ausleitet.</span></span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">Wir wurden von unserer Reisebegleiterin sehr gut versorgt mit Tee, Brot, Wurst, Käse und selbst gebackenen Piroggen. In diesem Zug trafen wir einen Deutschen (Christian aus Dessau). Er ist bereits das 3. Jahr in Sibirien, jeweils für 3 Monate, und macht mit seinem Fahrrad namens Rasputin Touren. Er ist begeistert von der Gastfreundschaft der Russen. Nach jeder Reise bringt er ein Buch heraus und wir tauschten unsere Adressen aus. Ab Mitte September wollte er wieder in Deutschland sein.</span></span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">Die Ankunft war gegen 19.00 Uhr in Sludjanka. Das Bahnhofsgebäude ist aus reinem Marmor erbaut und wunderschön. Damit hatten wir auch den südlichsten Teil des Baikalsees erreicht, der uns jedoch nicht so gut gefiel wie der Norden, denn am Wasser lagen überall Scherben und Dreck. Die Kirche mit vergoldeten Kuppeln wurde zurzeit restauriert.</span></span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">Nach 20.00 Uhr ging die Fahrt mit einer E-Lok zurück über die Berge nach Irkutsk. In Serpentinen ging es die Berge hoch (800 m), so dass man noch mehrmals den Baikalsee erblicken konnte. Gegen Mitternacht kamen wir in Irkutsk an und ein Fahrer stand mit unserem Gepäck bereits da. Er fuhr mit uns ins Quartier unserer Gastfamilie Olga und Sergej. Der Hauseingang sowie Treppenhaus sah sehr abgewohnt aus und es stank, doch die Wohnung war gut ausgestattet mit einem Bad nach westlichem Standard. Die Verständigung mit Olga war auf Englisch, zur gleichen Zeit waren 2 Kanadier für 4 Tage bei ihr, sie machten eine Fahrt mit der Transsibirischen. Olga und Sergej wohnten in einer anderen Wohnung, so dass wir vier unter uns blieben. </span></span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">Am anderen Tag machten wir mit den Kanadiern zusammen Frühstück und sprachen über unsere Reise. Danach unterhielten wir uns sehr gut mit Olga und gingen gegen 11.00 Uhr auf den Markt. Hansjörg bemerkte gleich die langen Verkaufsstände mit dem vielen Fleisch, das ausgelegt war oder teils ohne Schutz in Einkaufswagen angekarrt wurde. Der deutsche WKD hätte hier sicher einiges zu tun, aber in Sibirien gelten andere Gesetze. Wir kauften Pinienkerne, getrocknete Pilze und Gewürze. Auch probierten wir Smetana, eine cremige saure Sahne. Zuletzt kauften wir verschiedene Salate. Draußen gab es zahlreiche Verkaufsstände mit Erd- und Heidelbeeren. Da es jedoch ziemlich heiß war, brachten wir unser Gekauftes erst wieder zurück in unser Zimmer. Danach besichtigten wir die Stadt, die russischen Städte sind ja allgemein nicht so sehenswert. Irkutsk dürfte jedoch eine Ausnahme sein, es wurde sogar schon als das „Paris des Ostens“ bezeichnet. In manchen Straßen ist noch der alte Charme der noch bestehenden mit burjatischen Schnitzereien versehenen Holzhäuser sichtbar. In einem Park aßen wir unsere Salate und Fisch, besichtigten eine Kirche von innen, liefen zur Angara und zum Gagarin-Boulevard. Es war sehr heiß und wir tranken einen Eiskaffee, der jedoch wenig mit Eis zu tun hatte. Auf einer Insel in der Angara suchten wir Schatten auf einer Parkbank und begegneten dem Schweizer Paar von Listwjanka sowie unserem Österreicher von der Insel Olchon, der uns noch kurz vor einem herannahenden Gewitter zu einem echten Wiener Kaffee in der Innenstadt führte. </span></span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">Dort bekamen wir die Speisekarte, leider verstand die Bedienung kein Englisch und gab sich auch mit uns keine Mühe – Schade! Wir bestellten einen trockenen Tafelwein aus Frankreich, Salat mit Fetakäse und dann Lachs mit einer Kaviarsoße. Da hier die Beilage fehlte, tranken wir noch einen Cappuccino mit Original Meindl Kaffee und Sachertorte. Es war alles sehr lecker unter Begleitung des Walzerkönigs Johann Strauß. Der Preis von 2.400 Rubel = 60 € war auch Original, eben wie im Wiener Cafe Stefansdom. Inzwischen regnete es ziemlich stark. Auf ein Taxi hätten wir 30 Min. warten müssen, so entschieden wir zu unserem Quartier zu laufen, packten noch unsere Sachen und tranken dabei unseren letzten Wodka. </span></span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">Am letzten Tag klingelte der Wecker bereits 6.00 Uhr und es gab Frühstück mit Spiegeleiern und etwas Gemüse. Punkt 7.00 Uhr stand das Taxi vor dem Haus, es regnete und es hatte sich stark abgekühlt. Der Abschied von Olga war herzlich. Am Flughafen angekommen, waren wir irritiert, da unser Flug erst für 10.35 Uhr angezeigt wurde und allgemein ziemliche Aufregung am Flughafen herrschte. Wir unterhielten uns mit einem deutschen Studenten, der die gleiche Maschine nahm. Erst gegen 11.00 Uhr flogen wir ab. Sieglinde schlief gleich ein. Der Flug war ruhig, mit guter Sicht auf die unendlich weite Landschaft, jedoch wurden wir nicht informiert, ob die Anschlussflüge zu erreichen sind. Da unser Gepäck bis Frankfurt eingecheckt war, konnten wir uns auf das Umsteigen konzentrieren.</span></span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">Auf dem Moskauer Flughafen waren viele Menschen und Sieglinde schloss sich einer Gruppe an, die sich anscheinend auskannte, Hansjörg ließ sie für einen Augenblick aus den Augen, weil er sich auf der Anzeigetafel nach unserer Flugnummer informieren wollte und schon war sie weg. Im Gedränge war sie nicht mehr sichtbar, was durch ihre „Größe“ auch nicht verwunderlich ist. So nahm das Drama seinen Lauf, alles hatten wir bis zuletzt super gemeistert, alles hatte auch wunderbar geklappt und nun dieses Finale. Sieglinde schlug sich dann durch bis zur Gangway 17, jedoch war das Flugzeug bereits weg und eine Auskunft, ob Hansjörg im Flugzeug sitzt, bekam sie nicht. Hansjörg hatte zwischenzeitlich auch eingecheckt, auch seine Nachfrage auf Englisch nach seiner Frau wurde nicht beantwortet. Zum Glück hatte jeder sein Flugticket in der Tasche. Es wurde ihm jedoch auch deutlich gemacht, dass das Flugzeug bereits abgeflogen war. Bei einer Infostelle innerhalb des Gates entdeckte Hansjörg plötzlich Sieglinde und konnte aufatmen, denn allein in Moskau ohne Russisch ist unmöglich. Keiner der Flugangestellten bemühte sich, uns zu helfen. Wir wurden immer wieder durch die Sicherheitsschleuse geschickt. Das bedeutete, dass wir laufend einen Stempel in die Pässe bekamen. Erst als wir keinen Schritt mehr weiter machten, erbarmte sich eine Flugangestellte der Sibirien Airline, nahm uns mit zum Schalter S7 und handelte mit der Lufthansa einen Platz für uns aus. Der Flug sollte dann um 14.00 Uhr sein, doch bei der Personenkontrolle ließen sich die Bediensteten wieder viel Zeit, so dass wir schon Angst hatten, auch diesen Flug zu verpassen. 10 Min. vor Abflug waren wir auf dem Gate. </span></span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">Die Atmosphäre im Flugzeug war entspannt und wir waren erleichtert wieder deutsche Laute aus dem Bordlautsprecher zu hören. In Frankfurt angekommen gingen wir gleich zur Gepäckermittlungsstelle der Lufthansa und wurden freundlich bedient. Unsere Gepäckstücke waren nicht angekommen, so wurden alle Personalien festgehalten. Wir besorgten uns eine Fahrkarte und beschlossen 17.00 Uhr mit dem ICE zu fahren. Im Kaffee Keefer innerhalb des Flughafengeländes  tranken wir ½ l Fassbier für 6 € (Preis wie im Hotel Baikal) und Hansjörg ließ sich zum Abschluss einen Whisky einschenken. Wir teilten uns ein Glas zum Preis von 9 € und unterhielten uns mit dem netten Barkeeper, einem sehr aufgeschlossenen gebürtigen Algerier.</span></span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">18.10 Uhr, Ankunft Stuttgart Hauptbahnhof, S-Bahn 18.25 Uhr und mit dem Bus 18.50 Uhr in Uhlbach. Unser Freund Kurt fuhr gerade mit seinem Auto die Herrengasse hoch und freute sich uns zu sehen. </span></span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">Das Ländle hat uns wieder!!</span></span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">.</span></span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;"> </span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">Ende gut – Alles gut.</span></span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;"> </span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">Was bleibt sind drei Dinge:</span></span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;"> </span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">1. Die Fahrt ins Blaue mit der großartigen Natur und dem darin so häufig vorkommenden  Blau, sei´s der Himmel, sei´s das Wasser. Dazu die von Menschen geschaffenen Blautöne unterwegs, in und an den Häusern und manchmal auch in den Menschen selbst.</span></span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;"> </span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">2. Ohne Eisenbahn wäre dieses riesige Land bedeutungslos. Als im 18. Jahrhundert  die Menschen mangels Zukunft in Württemberg nach Amerika und Russland auswanderten, war die erste Bahn zwischen Cannstatt und Untertürkheim mitentscheidend, dass die Industriealisierung hier im Ländle begann, die neue Möglichkeiten erschloss, von denen wir heute noch leben. </span></span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;"> </span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">3. Die menschlichen Begegnungen waren das Beste. Die natürliche, ungekünstelte Herzlichkeit und Gastfreundschaft hat uns immer wieder stark beeindruckt. Ja und kein deutsches Bundesland hat so eine starke Bindung zu Russland, wie Baden-Württemberg, man denke nur an Königin Katharina. Obwohl der Unterschied zwischen unseren Völkern enorm groß ist, bleibt doch das uns alle Verbindende: Wir leben auf einem Planeten und die große Mehrheit der Menschen, jenseits der Politik, wollen auch untereinander in Frieden leben. </span></span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;"> </span></p>
<p><span style="font-size:medium;"><span style="font-family:Arial;">Deshalb zum Schluss nochmals einen Toast auf die deutsch-russische Freundschaft, </span></span></p>
<p><span style="font-family:Arial;font-size:medium;"> </span></p>
<p>Nasdarowje, sehr zum Wohl</p>
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		<title>Reisebericht Kältepol</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Jan 2012 15:58:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>goeastreisen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[  Reise zum Kältepol Go East Reisen aus Hamburg hat als erster  Veranstalter eine Reise zum Kältepol durchgeführt.  Die Reise führt über St. Petersburg und Yakutsk nach  Oimjakon, den kältesten bewohnten Ort der Welt. Die Reise hat Expeditionscharakter und es geht über beschwerliche Wege durch Sibirien. Nach kurzem Aufenthalt in St. Petersburg geht die Reise [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=reisehotel.wordpress.com&amp;blog=17739998&amp;post=67&amp;subd=reisehotel&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><a href="http://reisehotel.wordpress.com/2012/01/17/reisebericht-kaltepol-2/kaltepol-2007-verkleinert-052/" rel="attachment wp-att-68"><img class="wp-image-68" title="Kältepol 2007 verkleinert 052" src="http://reisehotel.files.wordpress.com/2012/01/kc3a4ltepol-2007-verkleinert-052.jpg?w=300&#038;h=225" alt="Unsere zuverlässigen Fahrzeuge" width="300" height="225" /></a> </p>
<p><strong>Reise zum Kältepol</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Go East Reisen aus Hamburg hat als erster  Veranstalter eine Reise zum Kältepol durchgeführt.  Die Reise führt über St. Petersburg und Yakutsk nach  Oimjakon, den kältesten bewohnten Ort der Welt. Die Reise hat Expeditionscharakter und es geht über beschwerliche Wege durch Sibirien. Nach kurzem Aufenthalt in St. Petersburg geht die Reise ca 7000 km weiter östlich nach Yakutsk, der Hauptstadt Yakutiens, im fernen Sibirien . Bei der Ankunft hier, stockt den Teilnehmern zunächst der Atem, es sind 45 Grad Minus. Doch schon nach kurzer Zeit hat man sich daran gewöhnt und kann langsam das beeindruckende Szenario entdecken. Der Atem eines jeden steht in der Luft, die Auspuffgase werden durch die Kälte sichtbar. Die Menschen gehen tief vermummt durch die Kälte, die Frauen in knöchellangen Pelzmänteln, die Männer in dicken Jacken und Unty, den Luxuswinterstiefeln aus Hirschleder oder Valenki, den russischen Filzstiefeln.  In Yakutsk gibt es noch westlichen Luxus wie unser Hotel Polarstern zum Beispiel. Die Räume sind auf 30 Grad Plus geheizt und so haben wir Temperatur Unterschiede von bis zu 75 Grad. Bei unseren ersten Ausflügen entdecken wir die Stadt, die von Kosaken 1632 gegründet wurde. Auf allen Plätzen, an den Kirchen und öffentlichen Gebäuden stehen Skulpturen aus Eis, die von den einheimischen Künstlern jedes Jahr neu geformt werden. Auf den Märkten machen wir die Erfahrung, dass man Fische auch aufstellen kann. Frisch gefangen, frieren sie sofort und man kann sie auf den Schwänzen abstellen und braucht sie nicht hinzulegen. Das wichtigste Produkt, das wir erstehen, sind Valenki, die unsere Füße vor dem Einfrieren schützen sollen. Sie kosten umgerechnet EUR 10,- und schlagen mit Abstand alle überteuerten High Tech Schuhe, die bei uns in den Fachgeschäften zu erwerben sind. So ausgestattet, kann es jetzt losgehen. Am  nächsten Tag werden wir von 2 Kamas Minibussen abgeholt und werden jetzt 2 Tage lang der „Straße der Knochen“ folgen. Hier bauten die Zwangarbeiter Stalins die Trasse nach Magadan am Pazifik. Zunächst aber fahren wir 30 km über die zugefrorene Lena, die jetzt im Winter als Autobahn dient, um auf die andere Seite zu gelangen, denn für die drei kurzen Sommermonate lohnt es sich nicht, eine teure Brücke zu bauen.  Viele Trucks kommen uns entgegen, schwer beladen mit Kohle, die hier abgebaut wird. Auch viele Transporter mit Strohballen fallen auf. Später werden wir es verstehen, dass das Futter für die Pferde ist, die hier leben und zu einer ganz speziellen Rasse gehören, die bis zu minus 70 Grad ohne Frostbeulen überleben können. In den kurzen Sommermonaten arbeiten alle Mitglieder einer yakutischen Familie beim Heumachen, selbst die Kinder, die in der Stadt wohnen, kommen zum helfen, da die Pferde die Lebensgrundlage bilden. Aber erst am nächsten Tag sehen wir die ersten Tiere, die sich durch den Schnee zu einigen kärglichen Resten an Gras durchwühlen. Wir fahren durch eine weiße Landschaft, mit endlosen Wäldern, auf denen nicht Schnee sondern fingerdicker Raureif liegt, immer wieder unterbrochen von einem der vielen Flüsse in Sibirien. Einer von ihnen ist der „Saubere Fluss“, an dem wir anhalten und das Wasser trinken. Es ist schon etwas abgekühlt, aber da es hier direkt aus der Erde kommt, ist es noch nicht gefroren. Unsere Fahrer Sascha und Sergei sind echte Fahrkünstler und steuern uns sicher über die sich durch das Gebirge windende Strasse, den Trucks ausweichend, immer wieder grüßend. Man kennt sich hier und man hilft sich. Jemand der das nicht tun würde, wäre schnell von der Gemeinschaft isoliert und könnte sich nirgends mehr blicken lassen. Dima, unser Reiseleiter erklärt, das ab jetzt mit der  Zivilisation nur noch bedingt zu rechnen sei. Schon bei unserem ersten Stopp wird klar was er meint: Nicht nur die Handys haben keinen Empfang mehr, es gibt auch keine bequemen und beheizten Wasser Clossets (WC) mehr, sondern nur noch erfrischende auf minus 40 herunter gekühlte PKs (Plumpsklos). Abends erreichen wir eine kleine Siedlung, wo wir bei privaten Gastgebern übernachten. Hier gibt es zum Glück wieder ein WC. Am nächsten Morgen verspäten sich die Fahrer, da leider die Tankstelle kaputt war. Auf die Frage eines Reiseteilnehmers, warum sie dann nicht eine andere genommen hätten, kommt die lakonische Frage: Welche andere? Wieder ein Tag auf der Piste, die Landschaft nimmt einen gefangen. Was ist hier anders als bei uns? Erst am nächsten Tag wird mir klar, dass es hier keinen Wind gibt. Die Landschaft ist einfach verzaubert worden. Ein Magier ist über das Land, die Wälder und die Flüsse geschwebt, hat seinen Zauberstab geschwungen und hat das alles in ein gleißendes Weiß getaucht. Daraufhin ist alles erstarrt. Nur die Menschen und Tiere sind später gekommen und können sich bewegen. In der Nacht erreichen wir Tomtor, eine Siedlung mit knapp 2000 Einwohnern und einem Guesthouse. Wir sind die erste Gruppe aus dem Westen, die hier je abgestiegen ist. Irina, die gute Seele des Hauses, zeigt uns die Zimmer und fragt auch gleich was wir essen möchten, da es schon sehr spät sei. Einige Teilnehmer sind irritiert. Die Schlösser funktionieren nicht und was ist mit den Duschen? Ja die Duschen sind vorgesehen, aber noch arbeiten sie nicht, die Schlösser funktionieren nicht, weil etwas falsch geliefert wurde. Aber die Handwerker seien halt 1000 km entfernt und würden wohl erst im Sommer wiederkommen. Aber so meint Irina, wir bräuchten sie halt auch nicht. Im Laufe der nächsten Tage versteht auch jeder warum. Hier stiehlt niemand. Die Tür des Hotels ist Tag und Nacht geöffnet, nicht immer ist jemand da, aber was soll’s. Mein Gott denke ich, wie viele Schlüssel brauche ich in Hamburg?</p>
<p style="text-align:justify;">Die nächsten Tage bringen uns viele wunderbare Eindrücke. Wir besuchen eine Pferdefarm, die nur 2 Stunden Fahrtzeit entfernt ist. Überhaupt sind es unsere Kamaz Busse, die uns sicher durch die unwirtliche Gegend bringen. Keine störungsanfällige Elektronik kann die Weiterfahrt stoppen und innen herrschen auch hier immer um die 30 Grad plus. Die Pferderasse, die hier lebt hat das allerdings nicht nötig. Sie ertragen Temperaturen bis minus 70 Grad. Die meisten streunen durch die endlose Landschaft, hier auf der Farm sind nur Tiere, die etwa aufgepäppelt werden müssen. Inzwischen hat der russische Staat erkannt, wie wichtig ein Genpool ist und unterstützt den Erhalt dieser besonders kälteunempfindlichen Rasse.  Nach der Führung werden wir sofort zum Essen eingeladen. Wir fahren 20 Minuten von den Gattern bis zum Dorfzentrum. Wir werden von der 82 jährigen Dorf Ältesten empfangen, die zwar im Laufe der Jahre erblindete, da die Helligkeit des Schnees ohne Sonnenbrille schwer zu ertragen ist, aber ansonsten hat sie, wie sie glaubhaft versichert, kein einziges Zipperlein. Alle Spezialitäten des Landes werden aufgetischt: Stroganina, auf natürliche Art gefrorener Fisch, der in dünne Streifen geschnitten und in etwas Salz und Pfeffer getunkt und eiskalt genossen wird, sehr lecker und sehr gesund.</p>
<p style="text-align:justify;">Auch gefrorenes Pferdefleisch und gefrorene Leber werden serviert. Die Theorie lautet hierzu: Kaltes Land = kalte Speisen, heißes Land = heiße Speisen.</p>
<p style="text-align:justify;">Aber die Bewohner sind besonders stolz darauf, uns Äpfel, Orangen und sage und schreibe Weintrauben anbieten zu können. Ich erkläre unseren Teilnehmern, dass sie davon auf jeden Fall probieren müssen, da das für die Bewohner die wertvollsten Lebensmittel sind, die hier auf dem Tisch stehen.</p>
<p style="text-align:justify;">Am nächsten Morgen geht es los nach Oimjakon, dem kältesten bewohnten Ort der Welt. Hier wurden schon minus 71,2 Grad gemessen. Nach 2 Stunden Fahrt treffen wir ein und fahren zunächst durch den Ort und schauen uns das Denkmal des Kältepols an. Dann ist es soweit, die Bürgermeisterin empfängt uns, um uns unsere Kältepolzertifikate auszuhändigen:</p>
<p style="text-align:justify;">Minus 58  Grad!!!</p>
<p style="text-align:justify;">Die Meteorologische Station, sprich Alexej hat es heute vermeldet, bevor er mit seinen Kühen zur Tränke musste, also der Ort, dem Oimjakom seinen Namen verdankt: nicht gefrierendes Wasser. In diesem Rajon gibt es viele Stellen an denen das Wasser aus den warmen Tiefen der Erde kommt und daher nicht gefriert.</p>
<p style="text-align:justify;">Der Empfang war sehr nett, da wir mit Saft und Kuchen empfangen wurden und es einen sehr würdevollen Charakter hatte. Während  ihrer Willkommensrede bei der die Bürgermeisterin noch einmal die anderen Expeditionen, die schon vor uns da waren, erwähnt, blitzen immer wieder ihre goldenen Zähne im Sonnenlicht. Sie ist eine gute Rednerin und sehr herzliche Gastgeberin.</p>
<p style="text-align:justify;"> </p>
<p style="text-align:justify;">Zum Mittagessen sind wir bei Tamara, einer pensionierten Lehrerin, die alles über den Ort, der erst in den 1920 er Jahren durch einen Goldrausch entstanden ist, weiß und alles zusammenträgt, was je veröffentlicht wurde. Ihr großes Ziel ist ein Kältepolmuseum. Man findet hier Fotos der alten Jakuten, die noch echte Nomaden waren, alte wissenschaftliche Berichte über die Temperaturmessungen und Beispiele der Handwerkskunst der Jakuten. Nach dem Essen bittet sie uns, noch etwas in ihr Gästebuch zu schreiben. Ich schreibe:</p>
<p style="text-align:justify;">Ich dachte, man fährt ans Ende der Welt, aber vielleicht ist es auch der Anfang. Hier wird man wieder auf das wesentliche reduziert. Wir können von den Menschen hier wichtigere Dinge lernen als sie von uns: Freundlichkeit, Mitmenschlichkeit und Wärme.</p>
<p style="text-align:justify;">Beim Verlassen Ihres Hauses entdeckte einer unserer Teilnehmer eine selbstgebastelte Abbildung des Kältepoldenkmals und wollte sie gleich kaufen. Dafür war sie aber gar nicht vorgesehen und es entspann sich eine kurze Diskussion über die Folgen des Tourismus. Noch gibt es keine Souvenir Shops in Omjakon. Aber vielleicht könnten sie in Zukunft manch einem Einwohner eine neue Einnahmequelle bescheren.</p>
<p style="text-align:justify;">Auf der Straße demonstrierte uns dann Dima,  was ein yakutisches Feuerwerk ist. Dafür braucht man ein Tasse heißes Wasser und etwas Schwung. Das Wasser fliegt im hohen Bogen durch die Luft und fängt an zu zischen, bevor es in kleinen Eisstückchen wieder zur Erde fällt. Gegen den blauen Himmel zeichnen sich genau die Bahnen des Wassers ab, wie kleine Kondensstreifen. </p>
<p style="text-align:justify;">Abends sind wir wieder zurück im Hotel, wo Irina schon mit dem Abendessen auf uns wartet. Danach haben wir eine Einladung der örtlichen Schule bekommen, uns die Folklore Vorstellung für eine Lehrerversammlung anzuschauen. Die Menschen hier sind fast alle in irgendeiner Folkloretruppe engagiert. Alles wird selbst gemacht. Die Kostüme werden selbst geschneidert, das Bühnenbild ist selbst gemalt, die Mode entspringt eigenen Kreationen. Die Sänger und Tänzer sind oft ausgesprochen gut und können wirklich gut singen. Ein wichtiges Instrument ist die Maultrommel, die für viele Stücke gebraucht wird.</p>
<p style="text-align:justify;">Die nächsten Tage vergehen wie im Fluge, da wir immer große Strecken im Kamaz zurücklegen. Die Landschaft nimmt mich immer wieder gefangen. Es sind keine schroffen zerklüfteten Berge, es sind vielmehr die endlosen Ebenen, die dann am Horizont in die sanfte Bergketten übergehen. Das Versprechen, das es dahinter endlos weitergeht, lockt. So gut wie nie ist ein Mensch zu sehen oder auch nur ein Zeichen eines Menschen, wie sein Haus. Die weis erstarrten Wälder strahlen zeitlose Ruhe aus. Die Zeit selbst scheint gefroren zu sein, die Stunden- und Sekundenzeiger haben sich mit Raureif geschmückt und die Wanduhren hängen wie Eiszapfen von der Decke.</p>
<p style="text-align:justify;">Ja selbst das unendliche Universum, in das wir ohne Filter schauen, als wir in einer der nächsten Nächte zum Eisangeln aufbrechen,  scheint so nah zu sein, das man denkt, ohne große Mühen in den Weltraum hinübergleiten zu können. Das sind die Betrachtungen, die beginnen einem durch den Kopf zu gehen, wenn man von der Natur überwältigt wird. Doch  das Eisangeln bringt mich zur Realität zurück. Es müssen Löcher in das Eis des Flusses geschlagen werden, wobei einem wieder warm wird. Dann muss man den Köder an den Haken bekommen und versuchen, einen Fisch anzulocken. Bei minus 58 Grad helfen da nur einige Gläßchen Wodka. Später fahren wir zu einer Jägerhütte, um uns etwas aufzuwärmen. Hier gibt einen Bollerofen und ein großes Stück Milch, dass vor der Hütte abgelegt wurde. Nachdem der Ofen angefangen hat zu glühen, das Eis geschmolzen ist und der Tee aufgesetzt wurde, werden Stückchen Milch abgeschlagen und in den Tee getan. Dima und unser Fischer packen die mitgebrachten Proviantpakete aus und es wird ein gelungenes Picknick. Unsere Fahrer sind fantastisch. Wie Sergei und Alexej es schaffen, ihre Kamaz Busse durch den Schnee zu manövrieren, ohne GPS oder etwaige Straßenschilder nötigt uns großen Respekt ab. Jetzt in der Nacht denke ich, sie müssen sich an den Sternen orientieren, da auch Behausungen und Licht nicht vorhanden sind. Aber es bleibt ihr Geheimnis. Am nächsten Tag steht ein Familienbesuch auf dem Programm. Wir verteilen uns auf mehrere Häuser, um ein Kennenlernen zu ermöglichen. Tamara und Nikolaj sind unsere Gastgeber, die uns herzlich begrüßen und uns sogleich zu Tisch bitten. Kanincheneintopf ist der Starter. Nikolaj hatte Jagdglück und wir kommen in den Genuss einer lokalen Spezialität. 50 Fallen stellt er jede Woche auf und läuft sie mehrmals ab, um sie zu kontrollieren. So wird der Speisezettel ergänzt, denn nicht immer kommen genug LKW’s rechtzeitig in Tomtor an, um alle Läden mit Lebensmitteln zu versorgen. Oft sehen die Läden leerer aus, als bei uns am Ende des Tages vor Weihnachten. Aber das ist in keinster Weise beunruhigend, da die Einwohner das wissen und alle über gut gefüllte Vorratsräume verfügen. Nur die Bierreserven sind schwer zu ersetzen. Ich erkläre den Mitreisenden wie man hier trinkt. Es gibt immer ein bestimmtes Ritual. Man nimmt nicht einfach das Glas und trinkt, sondern zunächst muss man einen Toast aussprechen: auf die Gäste, auf das Kennenlernen, auf die Gastgeber etc. Danach ist man eine Kleinigkeit, eine eingelegte Gurke, ein Stückchen Fleisch oder eine Ölsardine. Das alles sind Sakuski, ein Italiener würde es vielleicht als Antipasti bezeichnen, die lebenswichtig sind, um einige Gläschen Wodka unbeschadet zu überstehen. Deutsche sind immer wieder erstaunt, wie zivilisiert das Wodka trinken vor sich geht. Wir haben eher die Vorstellung, dass die Gläser auf den Boden oder an die Wände geschmissen werden. Unser Abend endet mit lautem Prostest als der Fahrer schon zum dritten Mal zurückkommt, um uns abzuholen. Aber wir können ihn nicht weiter vertrösten und der Abschied naht. Die Menschen hier sind unglaublich herzlich und wir verlassen unsere Gastgeber nur schweren Herzens. Aber der nächste Morgen ist der Tag der Abreise und wir müssen noch packen. Außerdem müssen wir noch ein Gruppenfoto mit Irina, unserer guten Seele machen. Sie hat jeden Tag für uns gekocht und verbreitet immer gute Laune. Am zweiten Tag hatte sie sich schon alle Einzelheiten gemerkt und für den Einen gab es etwas vegetarisches, für den zweiten nur ein Spiegelei statt üblicherweise zwei usw. Irina lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen und hat immer ein Lächeln, wenn auch nur mir einem Zahn dafür aber um so herzlicher. Sie findet sich viel zu hässlich für ein Gruppenfoto, woraufhin die Gruppe aber so lange protestiert, bis Irina dann doch zustimmt. Am nächsten Morgen machen viele einen letzten Gang hinter das Hotel, wo der Fluss entlang fließt, der nie zufriert, weil auch er direkt aus der Erde kommt. Die Tannen, die mit dickem Raureif überzogen sind, der harte Schnee an den Ufern des Flusses, die Schneekristalle, die beim genaueren Hinsehen ihre kristalline Struktur enthüllen. All das ist eingehüllt in diese unglaubliche Stille, die nur dadurch unterbrochen wird, dass sich unsere Fahrer nähern. Wir müssen leider aufbrechen und diesen wundervollen Ort verlassen, der einem mit seiner Kälte warm ums Herz werden lässt.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Rückreise beginnt. Unterwegs wollen wir noch eine meteorologische Station und die Rentiernomaden besuchen. Es geht wieder auf die endlose Piste. Die Sonne scheint und jetzt wird es tagsüber schon wärmer so um die 40 Grad, so dass schon mal ein Vogel gesichtet wird und das etwas Eis von den Bäumen fällt. Das erste Ereignis ist aber ein havarierter Kamaz Truck am Wegesrand, der die Piste blockiert, so dass wir einen Weg drum herum finden müssen. Aber unsere Fahrer sind erfahrene Schneisensucher und nach einer halben Stunde sind wir wieder auf der Spur. Helfen brauchten wir nicht, da sich schon einige Truckfahrer um den Havaristen versammelt hatten. Nach einigen Kilometern erreichen wir die Meteo Station, die von 4 jungen Leuten geleitet wird. Sie führen uns herum und erklären uns, dass es so gut wie keine Zeichen eines Klimawandels gäbe. Sie hätten Schwankungen von höchstens 1 Grad gemessen und das sei nun völlig normal. Auch bei unserem Besuch des Permafrostinstitutes in Yakutsk wurde diese Meinung von Professor Schatz vertreten: Klimaschwankungen hätte es schon immer gegeben und was wir jetzt hätten, sei auf 1-2 Millionen Jahren betrachtet auch völlig normal.</p>
<p style="text-align:justify;">Wir fahren weiter und machen uns ohne GPS auf die Suche nach den Rentiernomaden. Wie wir sie dann schließlich finden, könnten nur unsere Fahrer erklären, die hier aufgewachsen sind. Die Nomaden begrüßen uns freundlich und zeigen uns ihre Herde von 800 Tieren. Letztes Jahr hätten sie noch 1400 Tiere gehabt aber der Winter sei sehr streng gewesen und Bären und Wölfe hätten die Herde erheblich dezimiert. Aber die Nomaden halten sich mit so etwas nicht lange auf. Zunächst werden 6 Tiere eingefangen, um mit uns ein kleines Rentierschlittenrennen zu veranstalten, d.h. den Rentierführerschein zu bekommen. Ich habe Pech, da mitten auf dem See mein Schlitten nach rasanter Fahrt über einen Hügel saust und umkippt. Als ich mich umdrehe, schaue ich direkt in die Augen des folgenden Rentiergespanns. Gute Fahrer! Die Schlitten sind natürlich selbstgebastelt. Wir dürfen zum Aufwärmen das Zelt betreten. Hier ist es mollig warm, trotzt der dünnen Zeltwände. Im Inneren sitzt man auf Tannenzweigen, die den Boden isolieren. Wir bekommen Rentiergulasch und Tee. Nachts wird nicht geheizt, der Ofen ist nur zum Kochen an, alles andere wäre Verschwendung. Vor dem Zelt steht ein Schlitten mit dicken Eisblöcken darauf, die die Trinkwasserversorgung darstellen, ein fahrbarer Rentierkühlschrank. Erschreckt kommt einer der Teilnehmer zum Bus gelaufen. Ein Rentier hatte ihn beim Wasserlassen gestört, woraufhin die Nomaden lachen und uns erklären, dass die Tiere keine wertvollen Nahrungsmittel umkommen lassen. Dann wird es ernst, denn sie haben extra auf uns gewartet, um ein Rentier zu erlegen. Eine große Ehre für uns. Die Jagd zu Fuß beginnt und nach 15 Minuten ist das ausgewählte Tier mit Lassos gefangen und erlegt. Dann dauert es noch 30 Minuten und es ist komplett zerlegt. Nahrung für einen ganzen Monat. </p>
<p style="text-align:justify;">Wir müssen weiter, da wir noch 300 km vor uns haben. Unsere Fahrer weigern sich, in Stunden oder überhaupt in Zeittermini zu sprechen. Gibt es einen Schneesturm? Blockiert ein Baum oder ein Truck die Route? Muss man jemandem helfen? Entfernungen kann man messen, die Zeit dahin ist ausgesprochen relativ. Abends erreichen wir unser Quartier und fahren am nächsten Morgen zurück nach Yakutsk. Hier erreicht die Temperatur schon -24 Grad tagsüber. Wir ziehen unsere dicken Poljacken aus, wir schwitzen. Nie hätte ich gedacht, dass ich -24 – 30 Grad mal als warm empfinden würde. Alles ist relativ.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Zivilisation hat uns wieder.</p>
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		<title>Fotowettbewerb mit Lufthansa</title>
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		<pubDate>Tue, 17 May 2011 13:16:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>goeastreisen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Hamburger Reiseveranstalter Go East Reisen veranstaltet in Kooperation mit Lufthansa einen Fotowettbewerb. Zu gewinnen gibt es zwei Flugtickets von Lufthansa für innereuropäische Direktflüge. Die Teilnehmer des Fotowettbewerbes müssen im Zeitraum Mai bis Oktober 2011 eine Reise mit Go East Reisen und Lufthansa nach Moskau unternehmen. Ein auf dieser Reise geschossenes originelles oder besonders schönes [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=reisehotel.wordpress.com&amp;blog=17739998&amp;post=54&amp;subd=reisehotel&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Hamburger Reiseveranstalter Go East Reisen veranstaltet in Kooperation mit Lufthansa einen Fotowettbewerb. Zu gewinnen gibt es zwei Flugtickets von Lufthansa für innereuropäische Direktflüge. Die Teilnehmer des Fotowettbewerbes müssen im Zeitraum Mai bis Oktober 2011 eine Reise mit Go East Reisen und Lufthansa nach Moskau unternehmen. Ein auf dieser Reise geschossenes originelles oder besonders schönes Foto sollte bis zum 15.11.2011 an Go East Reisen geschickt werden und nimmt dann automatisch an der Verlosung teil. Am 20. November wird eine Jury die aus Mitarbeitern des Veranstalters besteht, den Gewinner bekannt geben. Detaillierte Informationen hierzu finden Sie unter<a href="//www.go-east.de/aktuell/aktuelles/index.php"> http://www.go-east.de/aktuell/aktuelles/index.php</a></p>
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		<title>Reisebericht Kasan</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Apr 2011 14:11:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>goeastreisen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Exklusiv]]></category>

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		<description><![CDATA[Reisebericht Kasan von Franz Kiesl, Juni 2010   Kasan: Ein Besuch bei Freunden Zum vierten Mal besuchte eine Reisegruppe des Forum Russische Kultur Gütersloh  im  Juni 2010 mit achtzehn Teilnehmern  Kasan, die Hauptstadt der russischen Teilrepublik Tatarstan. Was machen Sie in Kasan?“ war für Franz Kiesl, Vorsitzender des Forums  und Organisator der Reise, eine leicht [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=reisehotel.wordpress.com&amp;blog=17739998&amp;post=50&amp;subd=reisehotel&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Reisebericht Kasan von Franz Kiesl, Juni 2010</p>
<p style="text-align:justify;"><strong> </strong></p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Kasan: Ein Besuch bei Freunden</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Zum vierten Mal besuchte eine Reisegruppe des Forum Russische Kultur Gütersloh  im  Juni 2010 mit achtzehn Teilnehmern  Kasan, die Hauptstadt der russischen Teilrepublik Tatarstan.</p>
<p style="text-align:justify;">Was machen Sie in Kasan?“ war für Franz Kiesl, Vorsitzender des Forums  und Organisator der Reise, eine leicht zu beantwortende Frage von Journalisten des Ressorts „Reisen“ überregionaler deutscher Tageszeitungen und Produktmanagern großer Tourismus-Unternehmen, die sich auf Einladung des Tourismus-Ministeriums der Republik Tatarstan von  der Attraktivität  Kasans als Reiseziel überzeugen sollten.</p>
<p style="text-align:justify;">Dem Russland erfahrenen Franz Kiesl fiel es nicht schwer, eine ganze Reihe von Gründen gerade für diese Reise aufzuzählen:  Die Führung im „Weißen Kreml“ mit dem Besuch der größten Moschee  Europas „Kal-Scharif“ und der gegenüberliegenden „Maria-Verkündigungs-Kathedrale“, Führungen im Nationalmuseum, im  Museum für angewandte Kunst  und in der Zweigstelle der Ermitage, Bummeln auf  der Baumann-Straße, dem zentralen Boulevard der Stadt, die Besuche  im prachtvollen „Mussa -Dshlil“- Opernhaus. Und außerhalb der Stadt: Die Bootsfahrt auf der Wolga mit dem Besuch des Makarij-Klosters, der unvergessliche  Besuch des Sabantui-Festes, der  Tagesausflug nach Bulgar mit fachkundiger Führung im Historischen Museum, der  Besuch des Klosters Raifa und schließlich die Besichtigung des „Hauses der Konfessionen“.</p>
<p style="text-align:justify;">Eigentlich müssten diese Beispiele schon ausreichen um aufzuzeigen, dass die Millionenstadt an der mittleren Wolga eine Reise wert ist. Vielleicht ist es aber noch ein zusätzliches Argument, dass 2013 in Kasan die „Universiade“ ausgetragen wird.</p>
<p style="text-align:justify;">Teilnehmer an den Reisen des Forums erleben durch die vielfältigen Kontakte des Vereins allerdings sehr viel mehr als die „normalen“ Touristen. Eine Teilnehmerin schrieb an Franz Kiesl: „Ich möchte mich bei Ihnen noch einmal herzlich dafür bedanken, dass  es durch Ihr Engagement möglich war, Russland auf eine ganz besondere Art und Weise kennen zu lernen. Die Woche hat mir sehr gut gefallen; angefangen von einem stressfreien und sehr abwechslungsreichen Programm bis hin zu außergewöhnlich nahen Kontakten zur einheimischen Bevölkerung mit Gesprächen auf verschiedenen Ebenen:“</p>
<p style="text-align:justify;">Das Programm für das Forum stellten dieses Mal Anna Zahmatova und Alla Semjonova, die im Ministerium für Jugend, Sport und Tourismus arbeiten, zusammen. Eine der beiden Damen begleitete die Gruppe ständig. Reiseleiterin war Sarema Saripova, Dozentin für Deutsch an der Pädagogischen Hochschule, deren umfassendes Wissen,  Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit von allen Teilnehmern hoch geschätzt wurden.</p>
<p style="text-align:justify;">Sarema Saripova hatte ihre Studentinnen Ljudmila Mjasnikova und Anna Romanova eingeladen, die Gruppe zeitweise zu begleiten. Die jungen Damen  zeigten großes Interesse daran zu erfahren,  was die Gäste in Kasan sehen und hören wollten, und beantworteten geduldig die neugierigen Fragen der Reiseteilnehmer. An einem Vormittag besuchte die Gruppe die Pädagogische Hochschule und wurde dort von der Leiterin des Lehrstuhls für  „Deutsch“, Alfija Saripova, einem Teil des Kollegiums und  zehn weiteren Studentinnen begrüßt . Die deutschen Besucher unterhielten sich in mehreren Gruppen eine gute halbe Stunde lang mit  den jungen Damen, die einhellig die Frage bejahten, ob sie einmal Deutschland besuchen möchten. Dieser direkte Kontakt schaffte viele Sympathien für einander.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Einiges über Kasan vorweg </strong></p>
<p style="text-align:justify;">Kasan feierte 2005 zwar bereits sein  1000jähriges Bestehen, ihren eigentlichen Aufschwung erlebte die Stadt allerdings erst durch die Zuwanderung von Wolgabulgaren, als deren Reich mit dem Zentrum Bulgar im 13. Jahrhundert zusammengebrochen war. Danach wurde die ehemalige wolgabulgarische Grenzbefestigung zur  Zeit der Goldenen Horde Hauptstadt eines praktisch unabhängigen Fürstentums und seit 1438 des Kasaner Khanats. Nach der Eroberung der Stadt durch die Truppen Iwans des Schrecklichen im Jahre 1552 lag Kasan in Schutt und Asche, wurde aber bald wieder aufgebaut und 1708  zum Zentrum des Kasaner Gouvernements.  1929 wurde Kasan die Hauptstadt der Tatarischen Autonomen Sowjetischen Sozialistischen Republik und ist seit 1992 Hauptstadt der Republik Tatarstan.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Stadt mit 1,2 Millionen Einwohnern liegt etwa 800 km südöstlich von Moskau  an der mittleren Wolga. Kasan verfügt  über einen  modernen internationalen Flughafen,  Im Jubiläumsjahr wurde die Metro eröffnet. Seit 2007 gibt es in der Stadtmitte ein   20.000 m² großes Einkaufszentrum mit einem beachtlichen Warenangebot gehobenen Genres und vielen gastronomischen Betrieben. Kasan unterhält sieben Museen, ein Opernhaus, fünf weitere Theater und eine große Konzerthalle.</p>
<p style="text-align:justify;">Unter den 26 Hochschulen der Stadt nimmt  die zweitälteste Universität Russlands, die auf Erlass des Zaren   1804 gegründet wurde, einen besonderen Rang ein. Bereits in den ersten Jahrzehnten ihres Bestehens wurde sie zu einem bedeutenden Zentrum von Bildung und Wissenschaft. Heute zählt sie 16 000 Studenten in 15 Fakultäten.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>In Bulgar beginnt die Geschichte Kasans</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Die Geschichte Kasans beginnt eigentlich in Bulgar. Das erfuhren die Reiseteilnehmer am ersten Tag ihres Besuchs. Die etwa 160 km lange Busfahrt dorthin wurde begleitet von einer Landschaft, die von Birkenwäldern, Kuppelkirchen und typischen russischen Dörfern geprägt war. Der Weg führte über die 2002 erbaute 14 km lange Kama-Brücke, von der aus der Zusammenfluss von Kama und Wolga als gewaltiges Naturschauspiel zu sehen ist.</p>
<p style="text-align:justify;">In Bulgar wurden die Gäste mit einem herzlichen Willkommen begrüßt. Als Zeichen der Gastfreundschaft wurde ihnen Tschacktschak, eine traditionelle tatarische Süßspeise aus Teig und Honig, die ursprünglich als Wegzehrung für Pilger diente, gereicht. Es stellte sich als ein großer Vorteil heraus, dass Dshamil Muchametschin, ein  Doktor der Geschichte und wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bulgarischen Museumsreservats für die Führung auf dem Gelände, in den Mausoleen und im Historischen Museum zur Verfügung stand.</p>
<p style="text-align:justify;">Zur Einführung gab er  einen  Überblick über die Geschichte von Bulgar. Aus dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nachfolgestaat">Nachfolgestaat</a> des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Großbulgarisches_Reich">Großbulgarischen Reiches</a>, das sich unter Khan <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Batbajan">Batbajan</a> um 640 den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Chasaren">Chasaren</a> unterwerfen musste, wanderte ein Teil der Bulgaren unter Kotrag nach Norden und gründete in der Folgezeit am Zusammenfluss von Wolga und Kama das Reich der Wolgabulgaren mit  der Hauptstadt  <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bolgar">Bulgar</a>. Wolgabulgarien nahm unter Khan Alamusch (Regierungszeit 895-925) um 920 den Islam an. Der Khan versprach die Anerkennung der Oberhoheit Bagdads im Austausch gegen Islamkundige und Baumeister. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Islam">D</a>anach entwickelte sich Wolgabulgarien innerhalb weniger Jahrzehnte zu einer bedeutenden Handelsmacht zwischen der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kiewer_Rus">Kiewer Rus</a> und den islamischen Ländern im Süden. Zur Festigung der  Handelsbeziehungen wurden 1006 diplomatische Beziehungen zur Rus aufgenommen.</p>
<p style="text-align:justify;">Mit der fortschreitenden Organisation des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Mongolen">Mongolenreiches</a> war aber der Untergang des Wolgabulgaren-Staates nur noch eine Frage der Zeit. Im Spätherbst des Jahres 1236 zerstörte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Batu_Khan">Batu Khan</a> mit einem Teil seines im Wolgaraum versammelten Heeres <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bolgar">Bulgar</a>. Mit diesem Blutbad endete das Wolgabulgarenreich. Viele der Überlebenden verließen Bulgar Wolga aufwärts. Zur Zeit der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Goldene_Horde">Goldenen Horde</a> erholte sich das Land wieder, wurde zu einem Siedlungsgebiet der mongolischen Aristokratie und stellte noch bis ins frühe 14. Jahrhundert ein wichtiges ökonomisches Zentrum ihres Reiches dar. Im 13./14. Jahrhundert hatte die Stadt Bulgar schon etwa 200.000 Einwohner.</p>
<p style="text-align:justify;">Zeugen für die hohe kulturelle Entwicklung des Gebietes sind die den Gästen im Museum präsentierten Gegenstände, besonders kunstvolle Arbeiten in Pelz und Leder, Ton- und Bronze-Geschirr, Werkzeuge, Schlösser aus Eisen, sowie Schmuck. Münzen wurden schon im 10. Jahrhundert geprägt, die  Juwelierkunst entwickelte sich ab dem 12 Jahrhundert.</p>
<p style="text-align:justify;">Ziele der Führung waren darüber hinaus das nördliche und das südliche Mausoleum in der Nähe des Großen Minaretts, die sich nach ihrer Restaurierung in einem guten Zustand befinden.</p>
<p style="text-align:justify;">Den Abschluss des Besuchs bildete ein tatarisches Festmenü in einem romantischen Nomadenzelt, direkt am Ufer der Wolga.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong> </strong></p>
<p style="text-align:justify;"><strong> </strong></p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Auf der Liste des Weltkulturerbes – der „Weiße Kreml“</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Zurück in Kasan stand am nächsten Tag der Besuch eines historischen Juwels, nämlich des „Weißen  Kremls“, auf dem Programm. Nach der Eroberung Kasans durch Iwan den Schrecklichen 1552 errichtete dieser auf den Trümmern des alten Khan-Palastes eine Festung, die sich von der Wolga aus in ihre ganzen Mächtigkeit zeigt. Die Führung innerhalb des Kreml-Geländes übernahm eine Kollegin von Sarema Saripova. Hinter einer 1700 Meter langen Mauer erschließt sich dem Besucher eine Fläche von 150 000 Quadratmetern, die von dem Hauptturm, dem Spasski-Turm, der „Kul-Sharif-Moschee“, der größten muslimischen Kultstätte in Europa, und gleich gegenüber der „Maria-Verkündigungs-Kathedrale“ dominiert  wird. Im Jahre 2000 wurde das gesamte Bauensemble in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen.  Es war Samstag, und so konnten sich die deutschen Gäste  nebenbei an sehr vielen Brautpaaren erfreuen, die  mit ihren Verwandten die Sehenswürdigkeiten besuchten.</p>
<p style="text-align:justify;">Auf dem Wege zum „Nationalmuseum der Republik Tatarstan“, einem 1894 gegründeten Naturkunde- und Historischen Museums, passierten die Reiseteilnehmer an der Kremlmauer ein Wahrzeichen der Stadt, den im 17. Jahrhundert erbauten 58 Meter hohen Sjujumbeki-Turm – den schiefen Turm von Kasan.  Jurij  führte durch die Ausstellung, in der zahlreiche, zum Teil unikale Exponate die alte und junge Geschichte und das multikulturelle Erbe der Region präsentiert werden.</p>
<p style="text-align:justify;">Am späten Nachmittag konnte sich die Reisegruppe  bei einer Vorstellung des „Chinesischen Nationalzirkus“ im Gebäude des Stadtzirkus erholen. Die großartigen artistischen Darbietungen wurden als willkommenes Kontrastprogramm begrüßt.</p>
<p style="text-align:justify;">Mit der Metro ging es zurück zum ****Hotel Schaljapin (<a href="http://www.schaljapin-hotel.ru/">www.schaljapin-hotel.ru</a>), das die Forum-Gruppen traditionell beherbergt. Für den Bau der Metro-Stationen der vor fünf Jahren eröffneten Strecke  wurden hochwertige Materialien verwendet,  Marmor, Granit, Jaspis und Emaille. Die Wände schmücken wertvolle Dekorationen. Die zentrale Metrostation hat den Namen Tukai-Platz – benannt nach Gabdulla Tukai (1886 – 1913), einem bekannten tatarischen Dichter und Volkshelden. Unter anderem sind Motive seiner Märchen „Schurale“ (Waldgeist), „Su Anasy“ (Wasserfee) abgebildet.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Traditionelles tatarisches Leben beim Sabantui-Fest </strong></p>
<p style="text-align:justify;">Am dritten Tag, einem Sonntag, begleiteten Sarema Saripowa, Anna Zahmatova und Alla Semjonowa  die deutschen Gäste zum Sabantui-Fest im Priwolshkij-Bezirk der Stadt.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Geschichte des Festes geht auf heidnische Zeiten zurück. Heute wird Sabantui (Fest des Pfluges) in vielen Städten Russlands, aber auch in Finnland, Australien, und sogar in Berlin gefeiert, eben dort, wo heute Tataren leben.</p>
<p style="text-align:justify;">Es gab an diesem Tag nur Sonnenschein. Die Fläche, auf der sich  mehrere Hunderttausend  Menschen – vom Kind bis zum Greis &#8211; aufhielten und sich am  breit gefächerten Programm erfreuten, liegt in einem Wald mit vielen Lichtungen und erstreckt sich über etwa 10 km². Das Programm enthält neben der Präsentation spezieller Erzeugnisse der verschiedenen ethnischen Gruppen überwiegend spielerische Wettbewerbe, wie Baumklettern, Eierlaufen und  Sackhüpfen, sowie viel Volksmusik und Tanz. Mehrere der deutschen Gäste  beteiligten sich an einem Säge-Wettbewerb. Ehrlich gesagt, die Tataren konnten es besser.</p>
<p style="text-align:justify;">Hauptschauplatz war eine Waldarena mit Volkstänzen und Wettbewerben in tatarischem Ringen, dem Koresch–Ringen, einem Volkssport. Dabei umschlingen die Gegner einander mit Handtüchern um die Hüften, um den anderen in die Luft zu heben und mit dem Rücken auf den Boden zu werfen. An den Kämpfen nahmen an diesem Tag 120 Ringer in 6 Gewichtsklassen aus allen Bezirken der Republik teil.</p>
<p style="text-align:justify;">Ein obligatorischer Bestandteil des Festes ist ein Pferderennen. Die Sieger werden traditionell mit reich bestickten Handtüchern, aber unter anderem auch  mit Fernsehern, CD-Playern und  Mikrowellengeräten  ausgezeichnet.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Ein Ballettabend auf höchstem Niveau </strong></p>
<div style="text-align:justify;">
<p>Der Abend war der Ballettpremiere „Die Kameliendame“ im prachtvollen Opernhaus „Mussa-Dshalil“ gewidmet. Dazu waren die Studentinnen Ljudmila Mjasnikova und Anna Romanova eingeladen. 2006 wurde das Theater von Grund auf renoviert und mit der modernsten europäischen Technik ausgestattet. In einem Ranking des Magazins <em>Forbes in 2009</em> wurde der Staatsoper Kasan nach den wesentlich höher dotierten Opernhäusern in Moskau und St. Petersburg künstlerisch der 3. Rang in der Russischen Föderation zuerkannt. Bei der Auslastung wurde Kasan nur knapp vom Bolschoij Theater in Moskau geschlagen und lag deutlich vor dem Marinskij Theater in St. Petersburg.</p>
<p>In den letzten Jahren feierte besonders das Ballett unter der Leitung von Wladimir Jakovlev mit seinen über 60 Mitwirkenden in vielen europäischen Ländern, unter anderem in den Niederlanden, in Frankreich, Dänemark, Belgien, Irland, Portugal und Deutschland große Erfolge. Neben seiner brillanten Technik und ausdrucksstarken Interpretation konnte es auch durch die prächtigen und phantasievollen Kostüme und die märchenhaft gestalteten Bühnenbilder außerordentlich beeindrucken. Starsolisten des Balletts sind Ajdar Achmetov, ein in der ganzen Welt viel gefragter Tänzer,  und Lilia Musovara, eine Primaballerina mit einer herausragenden Technik und beeindruckender Ausstrahlung.</p>
<p>„Die Kameliendame“ nach Alexander Dumas dem Jüngeren mit der Musik von Giuseppe Verdi handelt von der Utopie der Liebe und ihrem Scheitern und zeigte sich als das perfekte Medium, über die Handlung hinausgehend, die Gefühle, Gedanken und Stimmungen der Figuren sichtbar werden zu lassen. Die Glanzleistungen der Tänzer, bei denen Anmut und technisches Können einander die Waage hielten, wurden im Rahmen einer ästhetischen Gesamtinszenierung präsentiert, in der – wie immer &#8211; traumhafte Bühnenbilder und prächtige Kostüme neben der harmonischen Ausgewogenheit zwischen Solisten und dem corps de ballet das Publikum beeindruckten.</p>
<p>Am vierten Tag startete die lang erwartete Schifffahrt auf der Wolga in einem eigens gecharterten Boot am Flusshafen, einem der größten Binnenhäfen Europas. Bei Sonnenschein und blauem Himmel wurde das 30 Kilometer entfernte Makarij-Kloster aus dem 17. Jahrhundert angesteuert. Bruder Sergiji berichtete über die Geschichte des Klosters und den Wiederaufbau, der von Jahr zu Jahr fortschreitet.</p>
</div>
<p style="text-align:justify;">Die Begeisterung über die Bootsfahrt, die auf der einen Seite vom Steilufer mit bunten Ansiedlungen und Bauten und auf der anderen Seite vom weiten, flachen Wiesenufer begleitet wurde, war einhellig. Für Essen und Trinken an Bord sorgten die Begleiterinnen Sarema und Anna. Beim Servieren halfen die Studentinnen Ljudmila und Anna. Auf der Rückfahrt sang Fira Isaewa, eine in Kasan geborene und in Moskau lebende Musikpädagogin, zunächst tatarische Romanzen. Danach boten die begleitenden Damen gemeinsam den deutschen Gästen russische und tatarische Volkslieder.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Besuch im Kloster Raifa</strong></p>
<p style="text-align:justify;"><strong> </strong></p>
<p style="text-align:justify;">Der Besuch des Klosters Raifa, &#8211; <a href="http://www.raifa.ru/">www.raifa.ru</a> -  etwa 30 km von Kasan entfernt, war bei dieser Reise besonders wertvoll, weil Mönch Nikolai, der sich sichtlich über den deutschen Besuch freute, viele Details zu berichten wusste. Er hatte von den früheren Besuchen der Forum-Reisegruppe erfahren und vermittelte Franz Kiesl ein Gespräch mit Mönch Schirjajew.  Dabei erfuhr er, dass das 1613 von Mönch Filaret gegründete Kloster 1928 geschlossen und als Strafanstalt für Jugendliche mit angeschlossenen Werkstätten genutzt wurde. Auf dem früheren Klosterfriedhof wurden Toilettenanlagen errichtet.</p>
<p style="text-align:justify;">1990 konnte mit dem Wiederaufbau begonnen werden. Heute ist die Klosteranlage mit vier Kirchen, unter ihnen die „kleinste Kirche Russlands“ für nur fünf Betende, in einem erstklassigen Zustand. Das Kloster unterhält ein Heim mit etwa 30 Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 17 Jahren, Halbwaisen oder von ihren Eltern vernachlässigte Heranwachsende, die hier ein neues Zuhause gefunden haben.</p>
<p style="text-align:justify;">Im Kloster leben 22 Mitglieder, darunter der  Abt – der Archimandrit Vsewolod – (<strong>Vjatscheslav Sacharow, 1959</strong>), der Schatzmeister und 20 weitere Mönche. Mönch Nikolai leitet den Chor, über den mehr zu erfahren ist auf der Internetseite <a href="http://www.raifa.ru/pritcha">www.raifa.ru/pritcha</a> .</p>
<p style="text-align:justify;">Mittelpunkt des Klosters ist die Ikone der „Mutter Gottes von Georgien“. Mönch Wladimir, der bei der vorangegangenen Kasan-Reise die Führung übernommen hatte,  ist Arzt und berichtete, dass Kranke geheilt wurden, denen medizinisch nicht hätte geholfen werden können.</p>
<p style="text-align:justify;">Für Franz Kiesl war das Gespräch mit dem 87-jährigen Mönch Sergiji (Slatoustow), der seit 1994 im Kloster lebt und dort hohes Ansehen genießt, eine besondere Ehre. Er spricht sehr gut Deutsch und zwei weitere Fremdsprachen.  In seinem Berufsleben war er Leiter eines Lehrstuhls für Raketen-Technik. Er erzählte von seiner Gastprofessur in Magdeburg; durch Sendungen von  ZDF und ARD konnte er damals etwas über  Westdeutschland erfahren. Nach dem Zerfall der UdSSR beschäftigte ihn sorgenvoll die Frage, wer denn künftig nach der wieder gewonnenen Freiheit die Aufgabe der Vermittlung der Ethik-Lehre an die nachwachsenden Generationen  übernehmen sollte. Er erwartet das von der orthodoxen Kirche.</p>
<p style="text-align:justify;">Jede Reise nach Kasan führt auch zum „Tempel für alle Konfessionen“. Begonnen wurde mit dem Bau im Jahr 1994. Von Jahr zu Jahr sind Fortschritte zu erkennen.  Nach der Idee des Urhebers, Ildar Khanov, Maler und Heiler, wird der Tempel 16 Kuppeln und die gleiche Anzahl Säle erhalten, weil es  nach seiner Auffassung 16 Konfessionen und Kulturen gibt. Unter den verschiedenen Kuppeln sind neben einer mit dem christlichen Kreuz, einer mit dem David-Stern und einer mit dem islamischen Halbmond eine chinesische und eine indische deutlich auszumachen. In dem fertig gestellten Teil des Gebäudes sind bereits ein Kindertheater, ein Ausstellungsraum, ein Planetarium und eine Sternwarte untergebracht.</p>
<p style="text-align:justify;">Zum touristischen Programm gehörte auch ein Besuch des in 2005 komplett aus Holz rekonstruierten Tatarendorfes „Tugan awylym“. Die phantasievoll  gestalteten Außenanlagen bieten abwechslungsreiche Freizeitmöglichkeiten. Den deutschen Gästen wird das Essen  mit dem vielfältigen Angebot an tatarischen Spezialitäten in dem ansprechenden Ambiente in angenehmer Erinnerung bleiben.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Die „Gottesmutter von Kasan“  – ein Segen für Russland</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Wieder zurück in Kasan galt ein Besuch der Ikone der Gottesmutter von Kasan, die</p>
<p style="text-align:justify;">in der Kreuzkirche einen Ehrenplatz erhalten hat, nachdem sie ist erst vor einigen  Jahren vom Vatikan an die russisch-orthodoxe Kirche zurückgegeben worden ist. Die „Mutter Gottes von Kasan“ wird von den Gläubigen hoch verehrt und trägt als Dank für ihre Wundertaten wertvollen Schmuck.</p>
<p style="text-align:justify;">Die 1579 aus einer Brandstätte in Kasan unversehrt geborgene Ikone soll 1611  dem russischen Heer geholfen haben, Moskau von polnischen Invasoren zu befreien, und auch 1812  die  russische Armee im Kampf gegen Napoleon unterstützt haben. Auf dem Roten Platz in Moskau und am Newskij Prospekt in Sankt Petersburg wurden prächtige Kathedralen für die Ikone errichtet.</p>
<p style="text-align:justify;">Zum Aufenthalt in Kasan gehört  der Besuch im „Deutschen Haus“ – <a href="http://www.ndrt.ru/">www.ndrt.ru</a> -, das Victor Dietz, dessen Vorfahren aus Hessen stammen, als Direktor leitet,  Er ist auch Vorsitzender der „Deutschen Karl-Fuchs-Gemeinschaft zu Kasan“. Sein Credo: „Wir wollen die geistlichen und kulturellen Werte pflegen und mehren“. In Russland gibt es noch rund 600.000 Menschen mit deutschen Wurzeln. Er sprach dem Forum Russische Kultur seine Anerkennung dafür aus, dass der Verein eine „lebendige Brücke“ zwischen Deutschen und Russen geschaffen habe. Sechzehn junge Damen gaben für die Besucher ein Violin-Konzert.  Gesungen wurden  russische und deutsche Volkslieder.</p>
<p style="text-align:justify;">In dem Gebäude des „Deutschen Hauses“ hat  auch die evangelisch-lutherische-Kirche der Heiligen Katharina ihre Heimat. Das Gebäude  wird seit einigen Jahren saniert. Seit dem ersten Besuch im Jahr 2006 sind beachtliche Fortschritte gemacht worden. Hans-Friedrich Thoben überreichte Victor Dietz eine Spende der Reiseteilnehmer.  Zum Abschluss des Besuchs gab es Gebäck, Tee und viele Gespräche mit den zahlreichen ehrenamtlich Tätigen des Hauses.</p>
<p style="text-align:justify;">Obligatorisch während der Besuche in Kasan ist ein Treffen mit Sergeij Shigolev, dem  Leiter der Abteilung Auslandsbeziehungen im Präsidialamt. Bei der diesjährigen Reise nahm er sich  Zeit, interessante Details über die Republik Tatarstan vorzustellen.</p>
<p style="text-align:justify;">Tatarstan  hat 3,8 Millionen Einwohner verteilt auf  mehr als 115 ethnischen Gruppen. 52,4 Prozent sind Tataren und 39,5 Prozent Russen. Am stärksten verbreitet sind  der Islam und das orthodoxe Christentum, zwischen denen ein friedlicher und wohlwollender Dialog geführt wird.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Gewinnung von Bodenschätzen  hat den höchsten Anteil an der Wirtschaftsleistung, aber Tatarstan ist auch ein wichtiger Maschinenbaustandort.  Genannt seien der Nutzfahrzeughersteller „KAMAZ“, der ein Joint-Venture mit der Daimler AG anstrebt, die „Sollers“-Autofabrik und zwei große Flugzeugwerke.</p>
<p style="text-align:justify;">7% des russischen Öls wird in Tatarstan gefördert. Es ist das wichtigste Exportgut (66,8%). Deutschland ist ein bedeutender Handelspartner der Republik und war in den ersten  9 Monaten 2008 der wichtigste Importeur  mit einem Anteil von 15,3%.</p>
<p style="text-align:justify;">M. Schaimijew, bis März 2010 Präsident Tatarstans,  hat nach seinem freiwilligen Rücktritt die  ehrenvolle Aufgabe übernommen, sich um das historische Erbe von Tatarstan kümmern. Dabei sind insbesondere zwei Objekte für ihn wichtig: Swijaschsk und Bulgar.</p>
<p style="text-align:justify;">Die auf einer <strong></strong><strong>Wolga-Insel</strong> gelegene Stadt <strong>Swijaschsk</strong> war eines der herausragenden  Zentren der Christianisierung der Tataren mit acht wichtigen orthodoxen Kirchen, die Schaimijew sanieren will. <strong>Auf die Bedeutung von Bulgar als historisches Denkmal des Islam wurde an anderer Stelle bereits hingewiesen. Der frühere Präsident möchte damit nach seinem Verzicht auf alle politischen Ämter einen sichtbaren Beitrag zum friedlichen Zusammenleben der beiden Konfessionen leisten.</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Franz Kiesl kann nach Abschluss der Reise zufrieden feststellen: Dieses Mal wird der Aufenthalt in Kasan mit seinen zahlreichen kulturellen und touristischen Höhepunkten den Teilnehmern sicherlich besonders wegen der vielen persönlichen Kontakte zu russischen Menschen &#8211; ein spezielles Anliegen des Forums -  in guter Erinnerung bleiben.</p>
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		<title>Silvester in St. Petersburg</title>
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		<pubDate>Thu, 16 Dec 2010 17:42:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>goeastreisen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es viele gute Gründe das neue Jahr in St. Petersburg zu beginnen. Erleben Sie die verschneiten Straßen und die russische Gastfreundschaft. Feiern Sie am Silvesterabend bei der großen Parade auf dem Nevskij Prospekt und erleben Sie &#8220;Väterchen Frost&#8221;. Jetzt noch schnell Plätze buchen unter 040-8969090 Einsortiert unter:Exklusiv<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=reisehotel.wordpress.com&amp;blog=17739998&amp;post=43&amp;subd=reisehotel&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es viele gute Gründe das neue Jahr in St. Petersburg zu beginnen. Erleben Sie die verschneiten Straßen und die russische Gastfreundschaft. Feiern Sie am Silvesterabend bei der großen Parade auf dem Nevskij Prospekt und erleben Sie &#8220;Väterchen Frost&#8221;. Jetzt noch schnell Plätze buchen unter 040-8969090</p>
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		<title>Go East Reisen Fernsehtipp: Das Leben: Die Liebe, der Bärenjäger und die Taiga“</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Nov 2010 14:59:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bettinabengtsson</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erlebnisreisen]]></category>

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		<description><![CDATA[Erstsendung am Sonntag, d. 5. Dezember 2010, 15.15 Uhr, NDR-Fernsehen Am Anfang  war es die Liebe zu einer Landschaft, die Karin Hass (64) in die Taiga  führte. Dann begegnete sie dort dem attraktiven Pelztierjäger Slava, dem zuliebe sie ihr Zuhause in  Hamburg aufgegeben hat. Seit fünf  Jahren führt sie an der Seite des  zwanzig Jahre [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=reisehotel.wordpress.com&amp;blog=17739998&amp;post=25&amp;subd=reisehotel&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Erstsendung am Sonntag, d. 5. Dezember 2010, 15.15 Uhr, NDR-Fernsehen</p>
<p>Am Anfang  war es die Liebe zu einer Landschaft, die Karin Hass (64) in die Taiga  führte. Dann begegnete sie dort dem attraktiven Pelztierjäger Slava, dem zuliebe sie ihr Zuhause in  Hamburg aufgegeben hat. Seit fünf  Jahren führt sie an der Seite des  zwanzig Jahre jüngeren Jägers quasi ein Leben wie in der Steinzeit.  Das neue Domizil heißt Srednjana Oljokma, ist 9000 Kilometer von Hamburg entfernt – und liegt irgendwo 1700 Kilometer östlich von Irkutsk und dem Baikalsee. Wer dorthin reisen möchte, muss die letzten 300 Kilometer flußaufwärts per Motorboot meistern. Slava ein Jäger, Karin Hass eine Sammlerin; der Mann  unterwegs auf Jagd und Fischfang, die Ehefrau bei nie enden wollender Pflanz- Ernte- und Einmacharbeit. Das Leben am Fluss – 200 Kilometer von der nächsten richtigen Ortschaft entfernt – ist alles andere als komfortabel. Kein fließendes Wasser, kein Laden um die Ecke ,  kein Arzt weit und breit, Strom nur gelegentlich vom eigenen Aggregat . Karin Hass lebt am „Ende der Welt“. Kein Wunder, dass sie da schon hin und wieder die Sehnsucht nach ihrer Tochter und den Enkelkindern überkommt.  Einige Wochen im Jahr – meist im Januar und Februar – tauscht die Taigafrau ihr einfaches  Leben  mit der Zivilisation in Deutschland. Sie liebt diesen Kontrast. Doch kaum zurück in ihrer neuen Heimat freut sich die gebürtige Dresdnerin über wilden Schnittlach am Flussufer oder über Slavas Verwandte,  wenn diese  mit 16 Rentieren und Schlitten zu Besuch kommen.  Eine entbehrungsreiche Existenz nimmt Karin Hass gern in Kauf – jedenfalls so lange wie die Liebe sie dort hält.</p>
<p>Die Dokumentarfilmerin und vielfach ausgezeichnete Fernsehjournalistin Liz Wieskerstrauch hat im Sommer 2010 mit einem kleinen Filmteam die weite und zum Teil mühselige Reise  zu Karin Hass unternommen  und die atemberaubende Taiga-Landschaft erlebt. Allein die Hinreise war ein Abenteuer: zwei Tage Transport im offenen Boot, Übernachtungen in maroden Jagdhütten, Zähneputzen im Fluss – dann endlich das Dörfchen ohne Dorfschild. Plumpsklo, keine Dusche (dafür das  mit Holz geheizte Schwitzbad – die „Banja“), für einige Stunden Generatorstrom – ein Leben, wie  man es weitestgehend aus längst vergangenen Zeiten kennt. Sie wollte von Karin Hass und ihrem Mann Slava erfahren, wie das geht: miteinander zu leben und sich zu lieben, auch wenn die äußeren Bedingungen einen so starken Kontrast bilden. Ganz offensichtlich ziehen sich hier sprichwörtlich die Gegensätze an.</p>
<p>Sie möchten Karin Hass besuchen? Informationen finden Sie hier: <a href="http://www.go-east.de/reisen/natur/taiga.php">Sibirische Taiga</a><a title="Sibirische Taiga" href="http://www.go-east.de/reisen/natur/taiga.php"></a></p>
<p><a rel="attachment wp-att-26" href="http://reisehotel.wordpress.com/2010/11/30/go-east-reisen-fernsehtipp-das-leben-die-liebe-der-barenjager-und-die-taiga%e2%80%9c/b-dorf06/"><img class="aligncenter size-medium wp-image-26" title="Sibirien" src="http://reisehotel.files.wordpress.com/2010/11/b-dorf06.jpg?w=300&#038;h=226" alt="Unendliche Weite und Einsamkeit" width="300" height="226" /></a></p>
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		<title>Exklusiv: Sibirische Taiga erleben!</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Nov 2010 10:10:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>edvitdienstleister</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sibirische Taiga erleben! Neu im Programm und exklusiv bei Go East: Eine Reise zu einem kleinen sibirischen Dorf, das 1700 km östlich des Baikalsees inmitten der russischen Taiga am Fluss Oljokma liegt. Vollständige Reisebeschreibung sowie weitere Infos zur Reiseorganisation finden Sie hier. Einsortiert unter:Exklusiv Tagged: Exklusive Reise, Individualreise, Reise Sibirien, Sibirische Taiga, Transsib, Transsibirische Eisenbahn<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=reisehotel.wordpress.com&amp;blog=17739998&amp;post=1&amp;subd=reisehotel&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sibirische Taiga erleben!</strong></p>
<p><img src="http://www.go-east.de/reisen/natur/img/taiga_daemmerung.jpg" border="0" alt="Sibirische Taiga Exklusiv-Reise" /></p>
<p><strong>Neu im Programm und exklusiv bei Go East:</strong></p>
<p><strong>E</strong>ine Reise zu einem kleinen sibirischen Dorf, das 1700 km östlich des Baikalsees inmitten der russischen Taiga am Fluss Oljokma liegt.</p>
<p>Vollständige Reisebeschreibung sowie weitere Infos zur Reiseorganisation finden Sie <a href="http://www.go-east.de/reisen/natur/taiga.php" target="_blank">hier</a>.</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://reisehotel.wordpress.com/category/exklusiv/'>Exklusiv</a> Tagged: <a href='http://reisehotel.wordpress.com/tag/exklusive-reise/'>Exklusive Reise</a>, <a href='http://reisehotel.wordpress.com/tag/individualreise/'>Individualreise</a>, <a href='http://reisehotel.wordpress.com/tag/reise-sibirien/'>Reise Sibirien</a>, <a href='http://reisehotel.wordpress.com/tag/sibirische-taiga/'>Sibirische Taiga</a>, <a href='http://reisehotel.wordpress.com/tag/transsib/'>Transsib</a>, <a href='http://reisehotel.wordpress.com/tag/transsibirische-eisenbahn/'>Transsibirische Eisenbahn</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/reisehotel.wordpress.com/1/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/reisehotel.wordpress.com/1/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/reisehotel.wordpress.com/1/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/reisehotel.wordpress.com/1/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/reisehotel.wordpress.com/1/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/reisehotel.wordpress.com/1/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/reisehotel.wordpress.com/1/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/reisehotel.wordpress.com/1/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/reisehotel.wordpress.com/1/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/reisehotel.wordpress.com/1/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/reisehotel.wordpress.com/1/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/reisehotel.wordpress.com/1/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/reisehotel.wordpress.com/1/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/reisehotel.wordpress.com/1/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=reisehotel.wordpress.com&amp;blog=17739998&amp;post=1&amp;subd=reisehotel&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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